News-Archiv Kulkwitzer See - Oktober 2007

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10.10.2007: Herbstliche Impressionen am Kulkwitzer See
10.10.2007: Herbstliche Impressionen am Kulkwitzer See
20.10.2007: Wasserqualität im Kulkwitzer See
Die Wasserqualität des Kulkwitzer Sees ist immer noch sehr gut. Die Grenzwerte für Badegewässer werden alle deutlich unterschritten. Der Kulkwitzer See ist jedoch etwas weniger sauber als der Cospudener See. Vor allem enthält er mehr Darmbakterien, Escherrichia coli. Ein Hinweis auf hohe Kotanteile von Menschen und Wasservögeln. Um auch in Zukunft die Wasserqualität zu halten, muss das Füttern der Wasservögel unterbleiben und auch einige Zeitgenossen müssen lernen, daß der See keine Toilette ist. Die auch im Vergleich zu anderen Seen hohe Sichttiefe im Wasser hängt nicht damit zusammen, dass der Kulkwitzer See sauberer ist als die anderen, sondern mit seinem Mineralstoffgehalt. Aufgrund der im Wasser gelösten Mineralstoffe kann sich Plankton, vor allem mikroskopisch kleine Algen, im Kulkwitzer See schlecht entwickeln. Dieses Plankton und weniger die Schmutzstoffe verursachen die Wassertrübung. Aktuelle Untersuchungsergebnisse der sächsischen EU-Badegewässer finden Sie auf dieser Webseite: www.lua.sachsen.de. Diese werden durchgeführt von der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen in Dresden. Die Werte am Kulkwitzer See entsprechen der Sächsischen Badegewässer-Verordnung und der Richtlinie 76/160/EWG. Weitere Informationen finden Sie auf der o.g. Internetseite.
  Parameter Messwert Grenzwert Einheit
Vorortwerte: abnorme Färbung vor Ort nein nein ohne
  Transparenz, Sichttiefe vor Ort » 2 1 m
  pH_Wert vor Ort nicht gemessen 9 ohne
  Temperatur bei Probenahme 19,6 nein Grad Celsius
Laborwerte: Escherichia coli (MPN) 40 2000 KbE/100 ml
  Coliforme Keime (MPN) 40 10000 KbE/100 ml
  pH-Wert 8,2 9 ohne
  Streptococcus faecalis (MPN) « 30 100 KbE/100 ml

Die oben aufgeführte Wasserprobung wurde durchgeführt am 9.8.2007. Es entsteht jedoch die Frage wann und wo gemessen wurde. "An den Stellen, wo der See die Möglichkeit des Wasseraustausches mit der Tiefe hat, werden sicherlich keine Probleme auftreten, oder noch nicht", erklärt Herr Dr. Weiß - PD Dr. rer. nat. - vom Tauchsportverein Leipziger Delphine. Seine Unterwasseraufnahmen vom Kulkwitzer See zeigen deutlich, dass es an bestimmten Stellen auch anders sein kann.
Dr. Leonhard Kasek, Elke Göbel [20.10.2007]
21.10.2007: Auch in diesem Winter gilt: Wasservögel nicht füttern!
Das Amt für Umweltschutz bittet: Wasservögel nicht füttern! Aus falsch verstandener Tierliebe werden Schwäne, Enten und andere Wasservögel immer wieder gefüttert. Die Wasservögel finden aber in der Natur zu jeder Jahreszeit genügend Nahrung und sind keinesfalls auf die Hilfe der Menschen angewiesen. Das Füttern bringt mehr Schaden als Nutzen: Badegewässer werden in Uferbereichen verschmutzt und die Wasserqualität beeinträchtigt. Bei der Vergärung von 1 kg Brotresten werden 1,5 kg Sauerstoff verbraucht, die dann anderen Wasserbewohnern fehlen. Meist wird an flachen Ufern gefüttert, an denen auch Kinder spielen. Das Futter lockt weitere Vögel an, die dann diese Uferbereiche und das Gewässer konzentriert verschmutzen. Salmonellen und andere Krankheitskeime werden dadurch verbreitet. Das zusätzliche Futterangebot verhindert die Ausbildung einer gesunden Population durch natürliche Auslese kranker und schwacher Tiere. Nicht artgerechtes Futter kann außerdem zu verschiedenen Erkrankungen der Tiere führen. Immer - wenn zu viel gefüttert wird - verfaulen die Futterreste im Wasser. Dabei können durch bestimmte Bakterien Giftstoffe freigesetzt werden, die von Wasservögeln aufgenommen, zu Lähmungen und zum Tod großer Tierbestände führen. Durch gut gemeinte Fütterungen im Winter werden die Wasservögel verleitet, nicht wegzuziehen. Und das kann dazu führen, dass sie sogar im Eis einfrieren. Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie auf diesem Link:
•  Magazin Grün-AS 2006: Echte Tierfreunde füttern keine Wasservögel! sowie Gefährliches Futter
Kontakt: E-Mail: medien.kommunikation [@] leipzig.de; Anschrift: Martin-Luther-Ring 4-6; D 04109 Leipzig Telefon: 0341 123 2040
Redaktion - Elke Göbel [21.10.2007]
21.10.2007: Herbstliche Impressionen am Kulkwitzer See
25.10.2007: Stirbt der Kulkwitzer See?

Durch die übermäßige Fütterung der Wasservögel leidet die Wasserqualität erheblich. Futter, das nicht aufgenommen wurde, und die verstärkten Ausscheidungen der ständig wachsenden Vogelschar führen zu einer enormen Vermehrung von Bakterien. Lesen Sie hier den ganzen Beitrag von Dr. Joachim Weiß, Taucher bei den Leipziger Delphinen: www.kulkwitzersee.com/information/eb/article06.asp. Bereits im Jahr 2000 machte auch Dr. Weiß - PD Dr. rer. nat.- auf die erheblichen Gefahren des Fütterns der Wasservögel aufmerksam. Er zeigte deutlich, welche Folgen bereits im Kulkwitzer See sichtbar waren. Dieser Zustand ist in den letzten Jahren nicht besser geworden. "Nach diesem Winter 2006/2007 fanden wir im Bereich der verbliebenen offenen Wasserstellen unter Wasser nur noch Wüstenei. Unter Wasser haben wir einige tote Tiere verwest gefunden". Wie der See unter Wasser an diesen Stellen aussieht, wo die Belastung sehr hoch ist, zeigen einige seiner Bilder. "Zu sehen ist, wie Algen und Bakterien alles überwuchern und zum Absterben bringen". Diese Aufnahmen entstanden in der Lagune, dort wo am meisten "Unrat" eingebracht wird und wo der Wasseraustausch sehr gering ist. "Viele Badegäste mißbrauchen den See als Toilette. Dies ist eine weitere erhebliche Belastung für den See. Dazu kommt Stickstoff aus der Luft (Stickoxide, Hauptquelle Autos, trotz Katalysator) und von den Feldern durch Überdüngung. Das Verwechseln von See und Toilette muss aufhören und Autoverkehr gezähmt werden. Sonst ist der See in ferner Zukunft wirklich bloß noch eine stinkende Kloake," sagt Dr. Kasek , Vorsitzender des NABU Kreisverbandes Leipzig. Unsere Frage: Was sagen die Verantwortlichenzu dieser Problematik?
Redaktion - Elke Göbel [25.10.2007]

Lesen Sie zu diesem Thema auch diese Informationen und Artikel: Vogelgrippe am Kulki - Grund zur Sorge? "See wird Kloake" sowie Freunde des Kulkwitzer Sees sorgen sich um Wasserqualität / Aufklärung statt Verbote
25.10.2007: Das Füttern der Wasservögel schadet Mensch und Natur
Mit dem Beginn der kalten Jahreszeit haben leider etliche Spaziergänger wieder begonnen, verstärkt Wasservögel zu füttern. Wir fordern alle Bürger auf, an Leipzigs Gewässern keine Vögel zu füttern. Diese Fütterung führt zu Massenansammlungen von Wasservögeln, in denen sich leicht Krankheiten ausbreiten. Es ist kein Zufall, dass fast alle Fälle von Vogelgrippe bei Wildvögeln futterzahme Wasservögel betrafen. Der Kot der Vögel verschmutzt das Wasser in der Nähe der Futterstellen, oft beliebte Badeplätze und fördert dort Bakterien, die auch für den Menschen gefährlich sind. Darüber hinaus profitieren nur wenige ohnehin häufige Arten von der Fütterung. Diese verdrängen dann scheuere und seltenere Arten. Die Fütterung der Wasservögel schadet daher der Natur, gefährdet die Gesundheit der im Sommer dort Badenden und verschmutzt die Gewässer. Wer in der kalten Jahreszeit Vögel füttern und an der Futterstelle beobachten möchte, kann das gern tun, indem er Singvögel in der Nähe seiner Wohnung oder im Garten füttert. Das geht auch auf dem Fensterbrett oder auf dem Balkon. Mit etwas Glück und geeignetem Futter lassen sich so über ein Dutzend verschiedene Arten am Futterplatz beobachten, viel mehr als am Wasser. Naturfreunde sollten daher unvernünftige Zeitgenossen, die mit Futtertüten zum Wasser gehen und dort füttern, ansprechen und sie bitten, das Füttern am Wasser zum Wohl von Mensch und Natur zu unterlassen.

Redaktion - Dr. Leonhard Kasek [25.10.2007]
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