Brandanschlag auf Kulturzentrum: Büro des städtischen Komm-Hauses in Grünau vernichtet / Rechtsextreme unter Verdacht

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Die Räume des städtischen Kulturzentrums Komm-Haus in der Selliner Straße in Grünau sind gestern früh bei einem Brandanschlag zerstört worden. "Ein bisher unbekannter Täter hebelte gegen 2.30 Uhr die Eingangstür auf und legte vermutlich mittels eines Brandbeschleunigers Feuer im Erdgeschoss", berichtete Polizeisprecher Sebastian Schmidt. "Die Feuerwehr konnte ein Ausbreiten der Flammen auf das gesamte Gebäude verhindern." Dennoch ist der Schaden immens: Das Büro des Vereins für Kultur und Kommunikation brannte vollständig aus. Vernichtet wurden alle Unterlagen, Computer, Telefon und das Archiv. Die Veranstaltungsräume sind durch den starken Rauch vorläufig unbenutzbar. Auch eine Arztpraxis in der Etage darüber wurde beschädigt. Erst in der Nacht zuvor war ein Anschlag auf das Komm-Haus verübt worden, Unbekannte hatten vier Scheiben eingeschlagen. "Es wird geprüft, ob es da einen Zusammenhang gibt", so Schmidt. "Ein mögliches Motiv ist bislang unbekannt." Allerdings schließen die Ermittler einen politischen Hintergrund nicht aus. Im Komm-Haus finden eine ganze Reihe Veranstaltungen statt, vom Volkshochschulkurs und Klöppelnachmittag über Seniorengymnastik bis hin zum Spielnachmittag. Allerdings trifft sich auch die Bürgerinitiative (BI) Buntes Grünau einmal im Moment hier. Sie klärt über Hintergründe rechtsradikaler Aktivitäten in Grünau auf und organisiert entsprechende Aktionen. "Immer wieder haben wir es hier mit rechtsextremem Vandalismus zu tun", so BI-Sprecherin Klaudia Naceur. "Bislang beschränkte es sich auf gesprühte Nazi-Parolen und -Aufkleber an Fenstern und Türen." Wenige Tage vor den jüngsten Angriffen habe es massive Drohungen von Rechtsextremisten gegeben. Die BI vermutet hinter dem Brandanschlag einen "Racheakt" für das Entfernen von Aufklebern mit rechtsradikalen Inhalten im Wohnviertel. Die Arbeit der soziokulturellen Einrichtung kam durch das Feuer vorerst zum Erliegen. Mindestens bis Jahresende sei allenfalls ein Notbetrieb möglich, so das städtische Kulturamt. Weil alle Unterlagen zur Raumbelegung und Buchung verbrannt seien, sollten sich Vereine und Initiativen melden, die dieses oder nächstes Jahr Veranstaltungen angekündigt oder Räume reserviert haben. Die Anrufe nimmt Komm-Haus-Mitarbeiter Uwe Walther unter 0176 87162323 entgegen. Zeugenhinweise an die Kripo unter Telefon 0341 96642234.
F. D. | © Archiv Leipziger Volkszeitung | 25.11.2008; Quelle=LVZ/Leipziger-Volkszeitung; Ressort:Leipzig; Sektion:L/Leipziger Volkszeitung-Stadtausgabe/Stadtausgabe; S. 15
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