Brandanschlag: Demonstration vor Komm-Haus in Grünau
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250 Personen des linken Spektrums haben am Abend vor dem Komm-Haus in Grünau demonstriert. Sie fanden sich nach
Polizeiangaben gegen 18 Uhr spontan zusammen. Am Sonntag war auf das städtische Kulturzentrum ein Brandanschlag
verübt worden. Unbekannte hatten Scheiben des Gebäudes zerstört und Montagfrüh Feuer gelegt. Einen konkreten
Tatverdacht haben die Ermittler bislang nicht, wie Polizeisprecher Daniel Kapferer sagte. Nutzer des Komm-Hauses
vermuten aber Rechtsextreme dahinter, weil es zuvor massive Drohungen gegen die Einrichtung gegeben habe. 60
Beamte sicherten gestern die Demo ab, die laut Polizei friedlich blieb. Der Brandanschlag hat derweil unter
Kommunalpolitikern Besorgnis ausgelöst. "Der Stadtverband der SPD zeigt sich erschüttert", teilte die
stellvertretende Vorsitzende Daniela Kolbe mit. "Sollte sich der Verdacht einer politisch motivierten
Straftat bestätigen, wäre das eine neue Stufe rechtsextremer Gewalt in Leipzig." Auch Grünen-Vorstandschef
Jürgen Kasek sieht "eine neue Stufe der Eskalation erreicht". Nach einer Vielzahl von Aufmärschen dieses
Jahr hätten sie nun offenbar zu einem härteren Mittel gegriffen. "Die Nazis nehmen auch den Tod von Menschen
in Kauf", so Kasek. Juliane Nagel vom Linken-Landesvorstand sieht den Anschlag in einer Reihe mit Übergriffen
und Einschüchterungsversuchen gegen linke und alternative Projekte. Das neue Abgeordnetenbüro des
NPD-Landesvorsitzenden und Landtagsmitgliedes Winfried Petzold in der Odermannstraße sei "Zentrum rechter
Ideologiebildung und Ausgangspunkt rechtsextremer Gewalttaten". Auch dort hatten Teilnehmer der Demo ihren
Unmut ohne Zwischenfälle zum Ausdruck gebracht. Trotz der noch unsicheren Beweislage registriert die
Opferberatung RAA den Fall als 14. rechtsradikal motivierten Brandanschlag 2008 in Sachsen. 2007 habe es
drei Anschläge gegeben.
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