Aber jetzt wird alles gut: Grünauer zählen Grünflächenamtsleiterin Inge Kunath an
In Grünau wächst der Frust auf Grünflächenamtsleiterin Inge Kunath - zumindest bei den Anliegern des kleinen
Parks an der Breisgaustraße 63 bis 81. Denn sie hatten vor vier Wochen öffentlich Alarm geschlagen, weil das
Areal völlig verwildert ist. Behördenchefin Kunath versprach Besserung - doch getan hat sich bis heute nichts.
Auf die Hilferufe der Anlieger - die sich an diese Zeitung gewandt hatten - reagierte die Amtsleiterin
damals offensiv. "Ich schaue mir die Fläche selber an", erklärte sie. "Der kleine Park ist in unsere
niedrigste Pflegekategorie eingeordnet. Dort lassen wir praktisch nur Müll beräumen." Dies liege an einer
Pflegeempfehlung, die die zuständige Landschaftsarchitektin gegeben habe, so Kunath damals. "Diese
Einstufung lasse ich jetzt überprüfen. Wenn sie falsch ist, werden wir sie unverzüglich ändern" (die
LVZ berichtete).
Klaus-Dieter Wenzel, der das verwilderte Areal von seinem Balkon in der zehnten Etage der Breisgaustraße
81 sieht und deshalb ebenso wie andere Anlieger Alarm geschlagen hatte, ist jetzt enttäuscht. "Es ist
offenbar sinnlos, auf solche Missstände aufmerksam zu machen", ärgert sich der 66-jährige Diplomingenieur,
der einst im Drehmaschinenwerk an der Pittlerstraße gearbeitet hat. "Obwohl es schon vier Wochen her
ist, dass der Fall in der Zeitung stand, hat sich am Park nichts getan. Das Amt hat uns auch nicht
mitgeteilt, ob etwas geplant ist. Ich finde, das gehört sich nicht. Wer so reagiert wie die Amtsleiterin,
der muss auch sein Wort halten und aktiv werden."
Im Grünflächenamt wies die gescholtene Behördenleiterin die Kritik teilweise zurück. "Natürlich war ich
vor Ort und habe mir die Fläche angeschaut", sagte sie. Auch intern sei der Fall untersucht und
ausgewertet worden. "Das hat ein bisschen länger gedauert, wir mussten erst die Ursachen ermitteln", so
Kunath. "Aber jetzt wird alles gut - und wenn ich das sage, dann stimmt das auch." Die Amtsleiterin
dankte den Anwohnern für ihr Engagement. "Der Hinweis war sehr wichtig", sagte sie. "Denn bei der
Überprüfung hat sich herausgestellt, dass der Übergang von der Fertigstellungsplanung in die Pflege
des Amtes für Stadtgrün und Gewässer nicht geklappt hat." Inzwischen sei aber veranlasst, dass der
kleine Park "bis Ende Oktober" eine Erstpflege erhalte. "Die Arbeiten finden wahrscheinlich in der
letzten oder in der vorletzten Oktoberwoche statt", so Kunath. "Ab November wird dann für diese Fläche
ein neues Pflegekonzept umgesetzt."
Die Amtsleiterin betonte ebenfalls, dass sie keine Berührungsängste hat. "Wir können das Pflegekonzept
gegebenenfalls noch in einer Bürgerversammlung erklären", bot sie an. Aber die notwendigen Arbeiten
würden unabhängig davon veranlasst.
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