Mit einem Lächeln im Gesicht
Joachim-Ringelnatz-Grundschule in Grünau eingeweiht / DDR-Plattenbau für 3,7 Millionen Euro saniert
Sein Name zeichnet nicht nur Erwachsenen ein Lächeln aufs Gesicht. Die Rede ist von Joachim Ringelnatz, dessen
Name die 80. Grundschule in der Grünauer Allee jetzt trägt. Die Bildungsstätte wurde gestern nach umfangreicher
Sanierung eingeweiht.
Und die Offiziellen, allen voran ein bestens gelaunter Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), ließen es sich
nicht nehmen, diverse Verse des Schriftstellers und Satirikers zum Besten zu geben. "Bitte entschuldigt, ich
habe das Gedicht nicht auswendig gelernt", rief der Rathauschef den Kindern zu, bevor er den Vers von den
Ameisen, die nach Australien reisen wollten, rezitierte. Die kleinen Grünauer überzeugten zuvor bereits mit
Gedichten, Liedern, Tänzen, beim Spiel mit Cello und Geige... . Jung freute sich, dass der ehemalige
DDR-Plattenbau für 3,7 Millionen Euro von Grund auf saniert worden ist. "Das ist gut angelegtes Geld", strahlte
er. Schulleiterin Anne Matthias: "Viele Grünauer können gar nicht glauben, dass eine staatliche Schule so
schick geworden ist." Das Gebäude wurde nach einem Entwurf des Leipziger Architekturbüros Angela Wandelt
umfassend saniert und barrierefrei umgestaltet. So kamen neue Fenster, ein Vollwärmeschutzsystem und eine
neue Heizung hinein, die auch zu einer wesentlichen Senkung der Betriebskosten beitragen. Ein elektrisch
betriebener Sonnenschutz in Orange und verschiedenen Gelbtönen gibt der Schule nach außen hin ein
freundliches Antlitz. Eine Terrasse vor der Schülermensa kann sowohl zum Essen als auch als Klassenzimmer
im Grünen genutzt werden.
Apropos Grün. Mit fröhlichem Geschrei nahmen die Mädchen und Jungen die großzügig gestaltete Freifläche in
Besitz, auf der unter anderem ein kleiner und großer "Ameisenhaufen" zum Spielen gestaltet wurden. Sandspiele,
Schach, eine Wasserpumpe und ein Platz zum Ballspielen gehören ebenso dazu. 40 neue Bäume sollen künftig
Schatten spenden. Das Besondere: Die Kinder waren im Vorfeld mit ihren Ideen gefragt. Ihre in einem
Beteiligungsprojekt mit dem Leipziger Kinderbüro entwickelten Gestaltungsvorschläge wurden durch das
Landschaftsarchitekturbüro Ritter-Grundmann aufgegriffen und naturnah umgesetzt. Schulleiterin
Matthias: "Jede Klasse übernimmt eine Patenschaft für einen Teil des Schulhofes, damit er so schön wie jetzt
bleibt." Jung fand die Idee toll: "Bitte passt auf, dass kein Verrückter auf eurem Hof Unsinn treibt", rief
er den Kindern zu, die sich bei allen Beteiligten jeweils mit einer Gerbera bedankten. Die Arbeiten sind
übrigens noch nicht ganz beendet. Bis April entsteht zwischen Schule und Sporthalle ein Mehrzweckraum
mit 199 Plätzen, der auch von den Grünauern für diverse Veranstaltungen genutzt werden kann.
Leipzig konnte sich laut Jung die Sanierung nur leisten, weil mehrere Förderprogramme angezapft werden konnten.
Von der Bausumme 3,74 Millionen Euro investierte die Stadt allein 2,06 Millionen Euro, weitere 1,14 Millionen
Euro kamen aus Schulhausbau-Fördermitteln, 390 000 Euro vom Sächsischen Ministeriums für Soziales. Das
Bund-Länderprogramm Stadtumbau-Ost kofinanzierte mit 150 000 Euro. "Heute ist ein aufregender und
wunderschöner Tag", meinte Schulbürgermeister Thomas Fabian (SPD) euphorisch. Den wiederum würde er diversen
anderen Schulen auch gönnen. "Trotz schwieriger Haushaltslage geht es mit der Sanierung unserer Schulen
voran." Aber eben nur Schritt für Schritt.
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