Baustelle Schule: Stadt nutzt Sommerferien für dringende Reparaturen / Sanierungsstau bleibt aber
Den Kindern der 80. Grundschule fällt der Abschied von den Ferien etwas leichter. Ab Montag lernen sie an einer sanierten
Schule. Andere müssen weiterhin mit teilweise maroden Häusern vorlieb nehmen. Denn der Sanierungsstau an Leipzigs Schulen
ist riesig. Die Stadt nutzte aber die Sommerferien, um für eine Million Euro dringende Reparaturen vorzunehmen.
Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) weiht die "80." in der Grünauer Allee, die künftig den Namen des Dichters Joachim
Ringelnatz tragen wird, am 3. September offiziell ein. Diese Woche zieht das Lehrer-Kollegium aus dem Interimsquartier
zurück, der Hort hat die neuen Räume bereits in Besitz genommen. Immerhin: Die Stadt hat an diesem Standort bislang
3,74 Millionen Euro verbaut. "Noch nicht fertig ist der Erweiterungsbau, der als Mehrzweckraum später auch für die
Grünauer offen steht", sagt Thomas Kuhnert, der für Schulbauten zuständige Abteilungsleiter im Schulverwaltungsamt.
Leipzig nutzt die Sommerpause, um überfällige Reparaturen vorzunehmen. "Dabei ging es vor allem um kleine Dinge, die
unheimlich viel Ärger verursachen, wenn sie nicht funktionieren", so Kuhnert. Das betrifft beispielsweise die
Sanitäranlagen im Hort der 74. Grundschule in der Friedrich-Dittes-Straße oder in der 120. Grundschule in der
Martin-Herrmann-Straße. In der Grundschule Liebertwolkwitz werden derweil nicht mehr benötigte Toiletten entfernt.
Für 90 000 Euro entstehen dort neue Gruppenräume. In der Lene-Voigt-Mittelschule, Willy-Bredel-Straße, wurden Fenster
repariert und Fußböden verlegt. "Wir müssen die Betriebsfähigkeit aufrechterhalten, die dringend nötige Sanierung muss
leider noch warten," bedauert der Abteilungsleiter. Die 60. Grundschule in der Seumestraße darf sich auf einen
Fachunterrichtsraum für Werken freuen, der in knapp zwei Wochen fertig sein wird. Aus einem alten Keller ohne
Fußboden entsteht dort ein freundlicher Raum. Im Immanuel-Kant-Gymnasium, Scharnhorststraße, wurde derweil der
Speiseraum erneuert, die Förderschule Grünau erhielt einen zusätzlichen Rettungsweg, zudem sind Wände gemalert worden.
Laut Rathaus kommen die Reparaturen im Wert von einer Million Euro 35 Leipziger Schulen zugute. Für weitere
Investitionen an zwölf Objekten gibt die Stadt dieses Jahr insgesamt 8,2 Millionen Euro aus. Die Investitionen auf
der Baustelle Schule sind allerdings ein Tropfen auf den berühmten heißen Stein. Leipzig muss einen Sanierungsstau
abtragen, der zuletzt auf mehr als 461 Millionen Euro beziffert wurde. "Wahrscheinlich reicht die Summe nicht, weil
die Preise auf dem Bau angezogen sind", so Kuhnert. Gestiegen sind nicht nur die Stahlpreise, wie auch beim
Zoo-Projekt Gondwanaland. Auch Energie- und Transportkosten werden von den Firmen weitergereicht. Einige Vorhaben - wie
die Sanierung des Ostwald-Gymnasiums - sind auf den Weg gebracht. Baubeginn wird aber erst im Februar 2009 sein. Andere
Projekte wie der Turnhallenneubau am Heisenberg-Gymnasium in der Renftstraße oder der Ausbau der Franz-Mehring-Grundschule
in der Gletschersteinstraße laufen bereits auf Hochtouren. Das Schulverwaltungsamt ist derzeit dabei, Fördermittelanträge
für 17 Projekte zu schreiben, die 2009 in Angriff genommen werden. Geplant ist beispielsweise, die Förderschule Adolph
Diesterweg zu sanieren und eine neue Sporthalle zu bauen. Bereits am 17. September wird der Rat entscheiden, ob das
Mittelschulhaus der Nachbarschaftsschule in der Demmeringstraße eine Kur bekommt. Wie es heißt, stellt der
Unterrichtsbetrieb im unsanierten Haus mit mangelndem Brandschutz ein Sicherheitsrisiko dar.
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