Plattform für Engagierte | Neue Initiative präsentiert sich auf Bürgerforum in der Völkerfreundschaft

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Grünau ist bunt und das soll es auch bleiben, forderten zahlreiche Bewohner des Stadtteils während des jüngsten Bürgerforums im Offenen Freizeittreff "Völkerfreundschaft" in der Stuttgarter Allee. Hintergrund des von Bürgern und Vereinen organisierten Treffens "Grünau Spezial" waren verschiedene rechtsextreme Schmierereien, die in den letzten Monaten immer wieder an Häusern und Mauern auftauchten. Angst habe zudem die Demo im April gemacht, als eine Gruppe schwarz gekleideter Menschen durch Straßen des Stadtteils zog, berichteten Anwohner. Dass die rechtsextremen Tendenzen nicht herbeigeredet werden, belegt auch eine aktuelle Studie, die kürzlich von der Friedrich-Ebert-Stiftung veröffentlicht wurde. "Umso mehr wollen wir uns für ein friedliches und menschenfreundliches Miteinander in Grünau einsetzen", betonte Stadtteilmoderatorin Antje Kretzschmar vom Quartiersmanagement des Stadtteils, daher habe man Kräfte gebündelt, Akteure miteinander vernetzt und sich nun erneut der Öffentlichkeit gestellt.

Erstmals präsentierte sich auf dem Forum auch die kürzlich gegründete Bürgerinitiative Buntes Grünau, die neben bekannten Vereinen und engagierten Leipzigern den Besuchern des Forums Rede und Antwort stand. Die Initiative möchte Plattform für die verschiedensten Akteure sein, daher gehören Grünauer ebenso wie Vertreter aus Vereinen, Verbänden oder demokratischen Parteien zu ihren Mitgliedern. "Wir wollen über Hintergründe und Auswirkungen rechter Aktivitäten aufklären und Aktionen organisieren, die das gegenseitige Verständnis und das Zusammenleben im Stadtteil fördern", unterstrichen Sigrid Juhran und Klaus Winter. "Manche ausländische Studenten fühlen sich hier isoliert", nannte Jürgen Kasek ein Beispiel für Handlungsbedarf. Denn die Vergangenheit habe gezeigt, dass sich besonders durch den kulturellen und intellektuellen Austausch von Völkern die Menschheit weiter entwickelt hat. Wer immer nur an einer Stelle trete, stagniert, betonte das Gründungsmitglied. Für den Gedankenaustausch und die Begegnungen zwischen Aussiedlern, Deutschrussen und interessierten Leipzigern macht sich bereits seit vielen Jahren der Grünauer Klub "Gshelka" stark. "Wir suchen auch das Gespräch mit Schulklassen", zählte Herbert Schmidt vom Vorstand des Deutsch-Russischen Zentrums Aktivitäten des Vereins auf. Auch das sei ein Beispiel Zivilcourage - zu zeigen, damit Grünau bleibt, wie es ist: Bunt.
Leipziger Volkszeitung - Ingrid Hildebrandt [04.07.2008]
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