Kultur in der Natur
Ausprobieren heißt das Motto der ersten Grafikbörse im Kreativzentrum Grünau
Blau, Gelb und Orange umgeben von viel Grün: Die Farbe, die wie keine andere zu Grünau gehört, kam durch das
bunte Bild inmitten der Bäume nochmal richtig in Schwung - zur ersten Grafikbörse des Kreativzentrums Grünau
öffnete die Natur das Tor zur Kunst. Motto: Keine Farbe stiehlt der anderen die Schau - zusammen ergeben sie
eine lebensfrohe Inszenierung. Bilder-Geschichten hingen während der Veranstaltung jedoch nicht nur zwischen
dem Grün der Bäume, auf der Terrasse, sondern natürlich auch in den Räumen selbst. "Schauen sie sich um", empfahl
Wolfgang Schieweck allen Besuchern, die den zweigeschossigen Plattenbau neugierig oder zaghaft betraten. Der
Grünauer Kunsterzieher und Grafiker ist Atelierleiter im Kreativzentrum an der Garskestraße. Auf welche Arbeiten
er besonders aufmerksam machen möchte? Da sei niemand hervorzuheben. Die sächsischen Landschaften (Aquatintaätzung)
von Heidi Theinert oder die "Grüne Vase" (Mehrfarblinolschnitt) von Günther Schmidt und natürlich die
Kaltnadelradierung "Kulkwitzer See" von Heinz Wittig fallen aber schon ins Auge. "Zur ersten Grafikbörse
innerhalb der Grünauer Kultursommers sollte man sich jedoch nicht nur an Kunst erfreuen oder sie
entschlüsseln - bei uns darf man sich natürlich auch ausprobieren", macht die Leiterin der Einrichtung
Ruth Schlorke Mut. Das ließ sich so mancher nicht zweimal sagen: "Heute versuche ich das erste Mal in meinem
Leben einen Linolschnitt", bekannte Peter Kroll, den strebte auch der achtjährige Florian an. An welches Thema
er dabei dachte, ahnte man schon nach wenigen Linien - die waren zwar ein bisschen eckig, doch unverkennbar als
Fußball auszumachen und auch zwei Großbuchstaben waren schnell geritzt. Das WM musste Florian allerdings noch
einmal schneiden. "Spiegelverkehrt", erklärte Schieweck. Denn der Linoldruck funktioniere wie ein Stempel, so
dass das endgültige Bild spiegelverkehrt zur Vorlage ist. Nun noch die Farbe hauchdünn auf die Walze
gestrichen, an der Druckerpresse gekurbelt, dann gab's erstmal 'ne Pause - eine Runde Fußball auf
der "Kreativ"-Terrasse.
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