Pressemitteilung zum Treffen der beiden Interessengemeinschaften IGSee und Markranstädt zum Schutz des Kulkwitzer Sees am 23.06.2009 im Roten Haus

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Die Absicht der Stadtverwaltungen Leipzig und Markranstädt, den Kulkwitzer See zu den überwiegend kommerziellen Bebauungsplänen in einer schnellen Entscheidungsrunde zu vermarkten, stößt in der Bevölkerung beider Städte (interessant ist, dass hier nicht nur Anwohner ihr Wort erheben) und bei den ansässigen Vereinen auf eine große Ablehnung.

Am 23.06.2009 trafen sich im Roten Haus am Kulkwitzer See Bürger und Vereine aus den betroffenen Städten und Dauercamper, um den weiteren Weg für den Schutz und Erhalt des Sees zu besprechen, abzustecken und sich zusammenzuschließen bei der Umsetzung anstehender Aufgaben.

Den Organisatoren war es wichtig, die Meinung der Bürger zu den Plänen zu hinterfragen und von diesen eine Legitimation zu erhalten, um weitere Aktivitäten angehen zu können.

Diese Veranstaltung war am 03.06.2009 in der Gesprächsrunde im Komm-Haus - die LVZ berichtete "Kulki - Plan schlägt hohe Wellen" - vereinbart wurden.

Waren es in der ersten Runde über 30 Beteiligte, so haben diesmal weit über 100 Bürger teilgenommen. Bei der Verteilung der Einladung, z. B. in Markranstädt, aber auch in vielen Gesprächen auf beiden Seiten haben die Aktiven eine breite Resonanz in der Bevölkerung erfahren.

Die am 23.06.2099 geführte sehr emotionale Diskussion ließ sehr deutlich erkennen, dass die Bürger von Leipzig und Markranstädt sich nicht mit den Umgestaltungsplänen am See abfinden werden und wollen. Hier hat sich schon jetzt ein großer Interessenskonflikt zwischen den Stadtverwaltungen und dem Bürgerwillen aufgebaut.

Ein Ziel der Bürger war an diesem Abend unverkennbar: "Der Kulkwitzer See und seine Umgebung soll als Naherholungsgebiet den Bürgern der anliegenden Städte weitgehend naturbelassen bewahrt bleiben. Sie erwarten von ihren Stadtverwaltungen, dass man wieder ihr Bürgerwohl in den Fokus rückt und nicht überzogene Angebote für zahlungskräftige Käufer, Betreiber und Touristen. Wir haben nur einen See zwischen beiden Ufern und der gehört den Menschen, nicht Verwaltungen.

Trotzdem sollte der Kulki wieder aufgewertet werden, z. B. mit Toiletten ausgestattet und mit organisierten Maßnahmen gegen Müll und Vandalismus bedacht werden. Prima wäre es auch von den Verwaltungen, verkommene Einrichtungen am Kulki wieder nutzbar zu machen, z. B. die Minigolfanlage, der Tierspielplatz auf Grünauer Seite und der Bolz- und Volleyballplatz auf der Markranstädter. Dort hoffen auch die Familien mit Kindern, dass der Markranstädter Holzspielplatz, der der Stadt von den Erbauern des Wohngebietes am See übergeben wurde, geschützt wird, auch vor der geplanten vorbeiführenden Strasse zur Sauna.

Die Sprecherin der Bürgerinitiative Markkleeberg vom Cospudener See brachte ihre Erfahrung mit der Bürgerarbeit in die Diskussionsrunde ein und verwies die kommerziellen Baupläne zu einer gleichmäßigen Verteilung der touristischen Zielgruppen an alle Seen rund um Leipzig, um die Belastung für jeden See ertragbar werden zu lassen.

Der Wunsch der Bürger, dass für den Schutz der Seen mit allen Interessengruppen eng zusammengearbeitet werden soll, ist als Auftrag zu verstehen.

Ihre Enttäuschung brachten die Bürger über die Arbeitsweise des Zweckverbandes Kulkwitzer See zum Ausdruck. Die Aufgabe wurde einfach an einen Betreiber übergeben. Dem eigentlichen Auftrag aber, dass Naherholungsgebiet zu erhalten, scheint man, ob der Bebauungspläne völlig aus den Augen verloren haben. Die Bürger werden die Träger des Zweckverbandes zum geeigneten Zeitpunkt daran erinnern.

Was sind die nächsten Schritte?

Am 01.07.2009 findet die Gründungsversammlung der Bürgerinitiative in Markranstädt statt. Danach können auch die Sprecher, Ansprechpartner für Bürgeranliegen benannt werden. Die Gründungsversammlung wird für sich eine Aufgabenstellung formulieren, ein Aktionspapier aller Bürgerwünsche an die Stadtverwaltung formulieren und eine Unterschriftssammlung vorbereiten.

Auch auf der Leipziger Seite werden in einem Treffen weitere Schritte festgelegt werden.

Wir wollen die Fragestellung "Wie viel Menschen verträgt ein See?" von den Stadtverwaltungen beantwortet wissen und werden unsere Fragestellungen und Wünsche öffentlich formulieren.

Wir bedanken uns auch ganz herzlich bei der Unterstützung des NABU, Regionalverbandes Leipzig, bei Frau Hegetschweiler aus der Schweiz, bei den Markkleeberger Kollegen, bei allen fleißigen Initiatoren zur Vorbereitung und Unterstützer unseres Vorhabens.
IG Markranstädt - Rosi Glöckner [24.06.2009]
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