Bürgerinitiative "Pro Kulki" gegründet

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Gegner der Uferbebauung wollen Unterschriften sammeln / Stadt erwartet Gutachten bis Ende August

Am avisierten Bebauungsplan für das Westufer des Kulkwitzer Sees scheiden sich die Geister. Die gestern gegründete Bürgerinitiative "Pro Kulki kontra Bebauungswahn - Bürger für Markranstädt" macht keinen Hehl daraus, dass sie die Umgestaltung und Ansiedlung von touristischen Angeboten skeptisch sieht.

"Ich habe den Kulkwitzer See vor Jahren kennen und lieben gelernt und bin deswegen nach Markranstädt gezogen." Diesen Satz konnte man in mehreren Varianten von Ortsansässigen zuletzt häufiger hören. Bei der frühzeitigen Bürgerbeteiligung am 20. April, als die Pläne erstmals öffentlich vorgestellt wurden, bei der Versammlung und dem Austausch beider Interessengemeinschaften im Roten Haus in Grünau am 23. Juni sowie auch noch am Mittwochabend. Doch da waren die Teilnehmer schon einen Schritt weiter und zum Handeln fest entschlossen.

Die drei Dutzend Gegner, die im Markranstädter Weißbachhaus zusammenkamen, wollen sich gemeinsam aktiv gegen die Umgestaltungs- und Bebauungspläne der Stadtverwaltung Markranstädt am Westufer einsetzen. Entsprechend der Tagesordnung benannten sie nach kurzer Vorstellung fünf Wortführer. Neben der ersten Sprecherin Rosel Glöckner sind Volker Schack, Tilo Haring, Hendrik Fiedler und Friedel Scheede Stellvertreter. In einer Auflistung konkretisieren die Unterstützter, was sie nicht wollen: "Jede Privatisierung oder Verpachtung von Flächen", "Tourismus für wenige betuchte, auswärtige Touristen oder das Vermarkten sogenannter Filetstücke für Seevillen". Ziel sei es dagegen, den Kulkwitzer See und seine Umgebung als Naherholungsgebiet zu erhalten. "Wir erwarten von unserer Stadtverwaltung, dass sie mit uns Bürgern einen B-Plan diskutiert, der dem Naherholungscharakter des Kulkwitzer Sees Rechnung trägt und der die unverwechselbare Natur mit seiner Flora und Fauna schützt und nicht zerstört", präzisierte die Sprecherin. Die Initiative ist entschlossen, eine eigene Internetplattform aufzubauen - auch um unabhängiger vom Angebot www.kulkwitzersee.com zu werden. "Diese Gruppe existiert schon seit Jahren. Vielleicht werden wir dort nicht so wahrgenommen", war eine Befürchtung. Geplant ist weiter eine Unterschriftensammlung. "An der können sich auch Leipziger beteiligen", so Glöckner.

Das nächste Treffen soll am 14. Juli ab 19 Uhr im Weißbachhaus stattfinden. Parallel dazu holt die Verwaltung mehrere Gutachten zum vorfristigen Bebauungsplan ein. Ab Mitte August tagen auch die Arbeitsgruppen, um das Stadtentwicklungskonzept für Markranstädt zu entwerfen.
Leipziger Volkszeitung - Kendra Reinhardt [03.07.2009]
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