Gemeinsame Pressemitteilung des Naturschutzbundes; BUND und Ökolöwen, Leipzig 05.05.2009
Der Kulkwitzer See muss naturnahes Naherholungsgebiet bleiben! Erneut wurde der B-Plan Nr. 232 seitens der
Stadt Leipzig mit einigen Änderungen und Nachbesserungen in die - zunächst noch eingeschränkte - öffentliche
Beteiligung gebracht. Bei der "Neufassung" des B-Planes handelt es sich im Großen und Ganzen um den
alten Plan mit einigen Änderungen und Ergänzungen unterschiedlicher Güte. Zwar ist nun vorgesehen,
dass es für die Öffentlichkeit erlaubt sein soll "Privaten Grünflächen" mit der Zweckbestimmung "Touristische
Infrastruktur" frei zu begehen. Aber das wird sich nicht durchhalten lassen. Wenn die zahlenden Gäste sich
über Belästigungen durch sich erholende Gäste beschweren, werden die Investoren alles daran setzen, durch
Zäune u.ä. nicht zahlende Anwohner auszusperren, um ihren Umsatz zu sichern. Genau deshalb wurde ja den
Grünauern der Zugang zur Campinghalbinsel und den Ferienhäusern durch Zäune verwehrt. Nach wie vor ist die
ehemalige (heute devastierte) Rinderzuchtanlage der LPG nicht mit im Geltungsbereich des B-Planes enthalten;
gerade von ihr geht als Schandfleck auch ein großes Gefahrenpotential in punkto Vandalismus und weiterer
Vermüllung der Landschaft aus. Zudem ist eine Regelung, die verworrene Grundstücksstruktur zu entflechten
und neu zu ordnen, nicht enthalten. Fraglich bleibt weiterhin, inwieweit im Vorfeld eine
Kosten-Nutzen-Analyse hinsichtlich der Übernachtungskapazitäten angefertigt wurde, denn je mehr
Angebote vorhanden sind, desto größer werden die Konflikte zwischen den Erholungssuchenden selbst.
Inzwischen wurde auch in Markranstädt ein vorzeitiger B-Plan angeschoben, der wie der Leipziger ganz
einseitig von wirtschaftlichen Interessen geprägt ist. Es gibt offenbar auch keine Abstimmung mit
Leipzig, sondern einen Wettlauf um Investoren und zahlende Touristen zu Lasten der Anwohner.
Wir fordern daher: Eine angestimmte Planung von Markranstädt und Leipzig, mit den Ziel das Gebiet um den
See vorrangig als Naherholungsgebiet für die Anwohner zu entwickeln. Ferieneinrichtungen und Anlagen für
zahlende Touristen dürfen nur zugelassen werden, wenn sie die Naherholungsmöglichkeiten für die Anwohner
weder beeinträchtigen noch diese stören.
Dabei muss die Natur am See erhalten werden. Englische Rasen und Ziersträucher haben mit artenreicher,
freier Natur als Erlebnisraum für die Bürger nichts zu tun. Wir werden wie am Cospudener See alles daran
setzen, diese Pläne zu vereiteln und fordern alle Anwohner auf, mit uns gemeinsam Vorstellungen für die
Entwicklung des Sees und auch die Ansiedlung von Investoren mit Interesse der Anwohner zu entwickeln.
Der See ist ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Menschen die in seiner Nähe wohnen und dass muss
er bleiben! Wichtig ist es dazu auch, gemeinsam mit Bürgern, Geschäftsleuten und Behörden nach neuen Wegen
zu suchen, Vandalismus am See zu bekämpfen. Auch darüber wollen wir reden, wenn es um die Zukunft des
Kulkwitzer Sees geht.
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