Kulkwitzer See: Ferienhäuser und Veranstaltungszentrum angedacht / Anwohner fordern Änderungen
Markranstädt. Am Montagabend haben die Planer das Konzept für das Westufer des Kulkwitzer Sees
vorgestellt. Die Stadt Markranstädt will auf dem 30 Hektar großen Gebiet Häuser" ein Feriendorf
sowie ein Veranstaltungszentrum mit Seebühne ansiedeln. Während Anwohner aus der Ostsiedlung
dafür plädierten" die Natur zu erhalten" sagte Bauamtsleiterin Uta Richter" das Ufer solle für
alle Bürger erschlossen werden.
"Das Konzept ordnet das Westufer in Markranstädt neu nach Zielgruppen und verbindet den See
stärker mit der Stadt"" sagte Markranstädts Bauamtsleiterin Uta Richter. Landwirtschaftsarchitekt
Hans Gerd Kleymann von der Firma Planerzirkel und Ingenieur Jeffrey Seeck von Seecon
präsentierten es im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung. Der Uferweg soll zur Seepromenade
ausgebaut werden. "Zunächst soll der Pfad nur auf drei Meter Breite asphaltiert oder gepflastert
werden. Künftig werde aber der Rundweg angestrebt"" sagte Seeck. In der Verlängerung der
Karlstraße könnte östlich davon ein Veranstaltungszentrum mit einer abgestuften Seebühne
aus Rasenfläche entstehen. Ein Parkplatz könnte nördlich des Regenrückhaltebeckens
bereitstehen. An diesen schließt im Norden ein Treffpunkt für Jugendliche mit einer
Skateranlage an. Nördlich der Achse Fasanenstraße-Stadtbad ist Platz für eine Schule und
eine Kita. Oberhalb der zweiten Seeanbindung Spechtstraße soll ein Dutzend Reihenhäuser
gebaut werden. Südlich der Ostsiedlung sind Flächen für 50 Einfamilienhäuser vorgesehen.
Nördlich des Strandbades wiederum ist "ein ruhiger "Genießerstrand" für Familien und
ältere Menschen geplant"" so Kleymann. Südlich der Seebühne der "Aktivstrand" mit
Beachvolleyball. Eine Feriensiedlung mit weiteren 18 Häusern - teils an Land" teils
schwimmend an Stegen - schließt nördlich des Seglervereins an. Westlich der Promenade
sind Grünflächen und ein Garten mit Kinderspielplatz vorgesehen. Das Regenwasserklärbecken
nahe des Bades soll Niederschlag filtern und dem See zuführen. Es sei ein "wirtschaftliches
Konzept" das den Umweltschutz und die öffentliche Nutzung berücksichtigt"" erklärte Kleymann.
Der Stadtrat habe es gerade wegen der Grünflächen favorisiert. 80 Bürger" überwiegend
Bewohner der Markranstädter Ostsiedlung" kritisierten das Vorhaben. "Es ist zu überladen
für die Größe des Sees"" sagte Malgorzata Schirmer stellvertretend für viele. Sie sehe
den Bedarf eines "Hochglanznaherholungsgebietes" nicht. Matthias Sieber fand es
wichtig" "den naturnahen Badestrand zu erhalten". Es werde "zuviel gewollt an einer
Stelle"" meint er. Wie andere Anwohner findet er den Parkplatz und die
Skateranlage "überflüssig"" einige fürchten Beeinträchtigung durch Lärm. "Zuviel
Tourismus ist auch nicht gut"" vertrat Sieber eine häufig vertretene Ansicht" begrüßte
allerdings die Einfamilienhäuser. "Die Attraktivitätssteigerung finde ich gut""
urteilte Falk Hellmann. Der Segler sorgt sich um die nutzbare Seefläche und fürchtet
um die Wasserqualität. Wichtig war vielen der Rundweg. Richter wies darauf hin" dass
der Plan sich in das Stadtmarketing integriere" die Entwicklung ordne und so Wildwuchs
vorbeuge.
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