Verzögerter Baustart durch hohe Stahlpreise / Areal soll Anfang 2009 in Betrieb genommen werden
Trotz sommerlicher Temperaturen hatten gestern Andreas und Matthias Menger nur ihr Winterprojekt im Sinn, auf das
sie seit über sechs Jahren hinarbeiten. In der Markranstädter Karlstraße 91 haben die Brüder gegen 13 Uhr mit
Freunden und Unterstützern den Grundstein für ihre geplante 15 000 Quadratmeter große Saunalandschaft gelegt.
Symbolisch versenkten sie mit dem Architekten Hellmut Neumann eine mit Zeitung, Geld, Architektenrede,
Bauherrenbild sowie Bau- und Statikplänen gefüllte blaue Kassette im Boden und verteilten drei Eimer Beton
darüber. Neumann wünschte den Bauherren ein langes Leben und dass die Kassette möglichst auf Dauer im
Betonbett liegen kann.
"Für so ein Bauprojekt braucht man Geduld, und dass sie hartnäckig sind, haben die Mengers gezeigt",
attestierte ihnen Ex-Bauamtsleiter Heiner König. Denn die gebürtigen Markranstädter mussten manche Niederlage
einstecken. Erst habe die Finanzierung nicht gestanden, dann sei das Genehmigungsverfahren nicht gleich ins
Laufen gekommen, berichtete Matthias Menger. Ursprünglich sollte auch die Grundsteinlegung bereits im Mai
erfolgen. "Die Stahlpreise waren zu hoch, deswegen haben wir auf einen günstigeren Zeitpunkt gewartet",
erklärte er. Dadurch seien die Gesamtkosten aber bislang nicht gestiegen. Weitere Verzögerungen entstanden
durch die Verlegung von Abwasserleitungen. "Heute wird die erste Betonplatte gegossen, morgen die große
Platte", berichtete Andreas Menger. Die Grundfläche erstreckt sich auf rund 1000 Quadratmetern. Mitte
September soll Richtfest sein. Wenn alles nach Plan läuft, ist Neujahr Eröffnung. Ende September soll es
noch einen Tag der Baustellenbesichtigung geben.
"Vom ersten Stock aus sieht man den See", erzählte Andreas Menger. Diese Nähe macht die Saunalandschaft
zu einem Schlüsselprojekt. "Das ist eine Initialzündung für die Entwicklung unseres Geländes am
Kulkwitzer See", würdigte Markranstädts Bürgermeisterin Carina Radon die Investition. Eine Fläche von
etwa 50 Hektar Land am See sei noch unbebaut und müsse gestaltet werden. Man brauche Ideen speziell
für Markranstädt, wo es anders als bei anderen Seen ringsum eine gewachsene Struktur gebe. Selbst das
Wohngebiet Am See liege noch nicht wirklich am Gewässer. "Die Stadt braucht eine neue Beziehung zum
See", machte Radon klar. Auch Rolf Müller-Syring, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Leipziger
Land, die das Bauvorhaben unterstützt, betonte: "Das Projekt ist für Markranstädt wichtig und hat eine
bedeutende Folgewirkung auf das gesamte Neuseeland. "Denn der Kulkwitzer See ist ein gestandener See,
und trotzdem ist seine Entwicklung noch nicht zu Ende." Ein solches Projekt werde es so an keinem
anderen der Seen geben, erklärte er.
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