Die Leiden des Uwe A.

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Ehemaliger Straßenrad-Weltmeister ist schon nach dem Schwimmen fix und fertig

"Wo ist Ampler?" fragte sich gestern nicht nur Moderator Andreas Clauß. Als die schnellsten Schwimmer längst auf dem Rad saßen, ließ Uwe Ampler beim ersten Triathlon seines Lebens auch die vielen Zuschauer lange warten, bevor er mit gut elf Minuten Rückstand auf Schwimmsieger Toni Franz völlig kaputt in Richtung Wechselzone schlich. "Schon an der ersten Boje taten meine Arme so weh, dass ich sie kaum noch übers Wasser bekommen habe", berichtete Uwe Ampler, 1974 immerhin DDR-Altersklassenmeister über 1500 m Freistil.

Beim Wechsel auf sein Parade-Sportgerät ließ er es ganz ruhig angehen, um wieder etwas zu Kräften zu kommen. Chef-Organisator Sven Bemmann half dem arg gezeichneten Triathlon-Debütanten sogar beim Schuhe anziehen. Und als sich Uwe Ampler - begleitet von guten Wünschen vom Moderator und dem Applaus der Zuschauer - endlich auf die 40-km-Radstrecke begab, vergaß er sogar die Startnummer. Aber auch hier war Sven Bemmann mit einem kurzen Sprint zur Stelle.

Auf dem Rad lief es für den Straßen-Weltmeister von 1986 besser. Hier überholte er fleißig und verlor lediglich vier Minuten auf die Schnellsten. Dennoch war er auch nach 40 Kilometern gezeichnet - von der tropischen Hitze und von der Anstrengung. "Der Wind kam ständig von vorn, man hatte nie Zeit, sich mal auszuruhen. Das war richtig hart, dazu kam auch noch diese große Hitze. Das Motto beim Laufen war tatsächlich nur durchkommen", brachte es der Straßenvierer-Olympiasieger von 1988 auf den Punkt. Den 10-km-Lauf absolvierte er in 48:40 Minuten rund eine Viertelstunde langsamer als der Sieger. Am Ende kam Ampler als 81. ins Ziel - völlig ausgepumpt.

Mit dem Triathlon-Virus hat sich der viermalige Friedensfahrtsieger gestern noch nicht wirklich infiziert. "Ich weiß nicht, ob ich mir das noch mal antun will. Wenn, dann muss ich auf jeden Fall besser vorbereitet sein. Schließlich bin ich ehrgeizig, und will auch gern mal weiter vorn ankommen. Mit zweimal Schwimmen, ein bisschen Radfahren und Laufen kommt man einfach nicht hin. Aber es war eine neue Erfahrung für mich und hat sogar auch ein bisschen Spaß gemacht." Vielleicht macht es ja im nächsten Jahr tatsächlich mehr Spaß... .
Leipziger Volkszeitung - Andreas Wendt [28.07.2008]
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