Springer hält Wort und lässt sich von großer Kulisse feiern

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Er strahlte übers ganze Gesicht, hüpfte ins Ziel, war überglücklich. Thomas Springer vom SV Halle gewann gestern den 25. Leipziger LVB-Triathlon - und wurde bei tropischen Temperaturen seiner Favoritenrolle gerecht. "Ich bin hierher gekommen, um zu gewinnen. Super, dass es geklappt hat! Es war allerdings schwerer, als gedacht", so der 23-Jährige, der dank seiner perfekten Renneinteilung gleich bei seinem ersten Start in Leipzig den Sieg feierte. Obwohl er bereits bei Welttitelkämpfen und Europacups startete, ging gestern mit seinem Triumph beim ostdeutschen Kul-Triathlon ein Traum für den Saalestädter in Erfüllung - er ließ sich von tausenden Zuschauern feiern.

Als Fünfter war der U23-WM-Sechste des Vorjahres nach der 1500-Meter-Schwimmstrecke aus dem Wasser des Kulkwitzer Sees gestiegen, mit "Sicherheitsabstand" auf den erwartungsgemäß schnellsten Schwimmer Toni Franz. Der 25-jährige DHfK-Mann sicherte sich in 17:42 Minuten die ausgelobte 100-Euro-Prämie für die schnellste Zeit im nassen Element. Bei den Frauen war Klubkollegin Janina-Kristin Götz die Schnellste. Nach dem Schwimmen aber nahm das erwartete Duell zwischen Thomas Springer und dem fünfmaligen Leipzig-Sieger Ronny Dietz Formen an - für den späteren Sieger allerdings unter erschwerten Bedingungen. "Ich hatte meine Trinkflasche auf dem Rad vergessen, also musste ich ohne zu trinken auskommen. Das hat bei der großen Hitze doppelt reingehauen", berichtete er im Ziel, nachdem er seinen Flüssigkeitsspeicher aufgefüllt hatte. Trotz des Fauxpas nahm Springer nach der kräftezehrenden 40-km-Radstrecke den abschließenden 10-km-Lauf als Führender in Angriff. "Ich bin in einer überragenden Laufform. Nach dem Radfahren wusste ich, dass es mit dem Sieg klappen kann", erklärte der glückliche Gewinner, der sich nach zahlreichen Krankheiten in der Form seines Lebens fühlt. "Im Nachhinein haben mich die Krankheiten stärker gemacht. Ich weiß jetzt, dass mich nichts mehr umhauen kann."

Dabei hatte der Tag für den Hallenser denkbar schlecht begonnen. "Ich war früh ziemlich spät dran. Deswegen bin ich etwas schneller als erlaubt aus dem Wohngebiet rausgefahren und prompt von der Polizei erwischt worden. Das macht mindestens einen Punkt in Flensburg", schmunzelte Thomas Springer, der am kommenden Wochenende bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften in Gelsenkirchen weit vorn landen will: "In der Bundesliga geht es mit Buschhütten noch um Titel, momentan sind wir Zweiter und haben nur einen Punkt Rückstand."

Der Chemnitzer Ronny Dietz (2.) verpasste zwar seinen sechsten Leipzig-Erfolg, konnte sich aber über den Titel Deutscher Hochschulmeister freuen. Bei den Frauen war Ex-Weltmeisterin Ines Estedt die schnellste. Die 40-Jährige aus Neubrandenburger sicherte sich bei ihrem dritten Leipzig-Start den dritten Sieg. Auch Harald Kunze, einer der wenigen, die bei allen 25 Auflagen am Start waren, machten Hitze, Wind und der heiße Asphalt zu schaffen. "Aber für die Faszination unserer Sportart war es wieder perfekt. Triathleten sollen leiden, dafür werden wir ja von den Zuschauern bewundert", so der 53-Jährige, der im Ziel schon wieder schmunzeln konnte.
Leipziger Volkszeitung - Andreas Wendt [28.07.2008]
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