Lieblingsort: Badesteg

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Lisa-Marie und Toni wissen, was am besten hilft gegen Überhitzung an einem Sommertag: ein Kopfsprung in den Kulkwitzer See. Anlauf nehmen, Nase zu halten und ab! Dorit Schindler, Lisa-Maries Tante, und Holger Wende, Tonis Vater, schütteln sich lachend, als Wasserspritzer auf sie niederprasseln. Wende mag die Markranstädter Seite des Kulkwitzer Sees, weil es da nicht so überlaufen ist. Schindler findet das klare Wasser toll. Und wegen des Badestegs würden Lisa-Marie und Toni am liebsten jeden Tag das Strandbad besuchen. Der ist neu und hat seinen Investor, die Leipzig Seen GmbH, rund 250 000 Euro gekostet. Auch wenn die Badegäste den Steg schon in Beschlag genommen haben, ganz fertig ist er noch nicht. "Es fehlen noch Wasserrutschen, Sprungbretter und Bänke", sagt Geschäftsführer Christian Conrad. Die sollen in Kürze montiert werden. Auch am Strandhäuschen, in dem der Gastronom Roger Hertwig Speisen und Getränke verkaufen wird, gibt es noch eine Menge zu tun. "Eigentlich sollte das Haus pünktlich zu Beginn der Badesaison fertig sein", sagt Conrad. Doch einige Bürokratie habe die Bauarbeiten verzögert. Derzeit baut der Gastwirt die Küche aus. Die Baukosten für das Haus belaufen sich auf rund 100 000 Euro. Vor dem blauen Holzhäuschen entsteht eine Terrasse mit Kieselsteinen, von der ein direkter Weg zum Bootssteg führen wird.

Bislang bevölkern besonders Jugendliche und junge Familien den See. "Wenn man auf der Terrasse bequem sitzen kann, fühlt sich hier sicherlich auch etwas älteres Publikum wohl", meint Conrad. Und sicher auch die Mitarbeiter regional ansässiger Unternehmen. Denn Conrad möchte Strandhaus und Bootssteg als Veranstaltungsort von Sommerfesten an Firmen vermieten. "Das erlebt gerade einen richtigen Boom", sagt der Geschäftsmann. Der normale Badebetrieb soll langfristig kostenlos bleiben. Am 18. August will Conrad das Strandbad mit einer großen Feier eröffnen, in Zusammenarbeit mit der Stadt Markranstädt. Holger Wende will auch vorher mit seinem Sohn Toni das Strandbad besuchen. "Wasser ist alles, was wir brauchen", sagt er schmunzelnd mit Blick auf den schwimmenden Sohn. "Und das gibt es auch ohne Party."
Leipziger Volkszeitung - Frank Schober [28.07.2007]
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