Vierter Streich des Ronny D.: Chemnitzer Dietz und Leipzigerin Bogen gewinnen LVB-Triathlon / Voigt Schnellster der Fitness-Welle

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Die Wespen hatten sich ob des trüben Wetters am Morgen gar nicht erst an den Kulkwitzer See getraut. Gut für Ronny Dietz. So konnte den Chemnitzer, der im Vorjahr wegen eines Insektenstiches aufgeben musste, beim 24. LVB-Triathlon niemand stoppen. Auch die teilweise glatten Straßen und der rutschige Boden in der Wechselzone machten dem Seriensieger nichts aus. Nach 1998, 2003 und 2005 gewann der 28-Jährige zum vierten Mal in Leipzig - und ist nun in der ewigen Statistik alleiniger Spitzenreiter vor dem Dreifach-Gewinner Lothar Leder.

Im Gegensatz zu Lokalmatador Per Bittner (3.) und dem zweitplatzierten Hallenser Christian Ritter, die noch die harte Deutsche Meisterschaft der Vorwoche in den Knochen hatten, konnte sich Cross-Spezialist Dietz nach seinem letzten Erfolg vor zwei Wochen in Jena etwas ausruhen. "Ich hatte zwar noch einen heftigen Magen-Darm-Infekt, aber die Ruhe tat mir wirklich mal gut", so der Chemnitzer, der sich auch von zwei Minuten Rückstand nach dem Schwimmen nicht schocken ließ. Die windanfällige Radstrecke kam ihm entgegen, auf der langen Gegenwind-Geraden überholte er Per Bittner frühzeitig ohne Probleme. Ein Leipziger Erfolg bei den Männern lässt seit mittlerweile 17 Jahren auf sich warten. Gestern startete DHfK-Mann Bittner aussichtsreich, musste aber mit Platz drei vorlieb nehmen. "Ich bin trotzdem zufrieden", sagte der 22-Jährige: "Ich war heute nicht so frisch, vor allem das Radfahren fiel mir schwer. Am Ende bin ich froh über meine Platzierung." Dies konnte auch sein Teamkollege Bastian Dobrowald von sich sagen, der wie im Vorjahr Vierter wurde. Auf dem Rad und beim Lauf war er sogar schneller als Bittner, im Wasser hatte er als einziger der Favoriten auf einen Neoprenanzug verzichtet.

Schweren Herzens zuschauen musste WM-Starter Thomas Ritter aus Halle. "Es tut mir leid. Mein Herz sagt ja, der Verstand sagt nein", meinte der 22-Jährige, der die Veranstaltung als sachkundiger Co-Moderator bereicherte. Zwar bestätigte sich der Verdacht auf Blinddarm-Reizung nicht. "Aber der Entzündungswert im Blutbild ist zu hoch", sagte er. Der Regen am Morgen hatte einige der 1200 gemeldeten Athleten offenbar vom Start abgehalten. Gestern Abend meldete der Veranstalter 897 Finisher in den Disziplinen olympisch und Fitness. Mit den Staffeln und dem Kinder-Triathlon kamen einmal mehr über 1000 Finisher zusammen. Erstmals seit dem Massensturz bei den Neuseenclassics zu Pfingsten waren alle drei damals verletzten DHfK-Triathleten wieder am Start. Christian Otto (6.), der mit Schürfwunden davongekommen war, holte sich wie im Vorjahr den Prämienspurt des besten Schwimmers. Allerdings musste dabei fast das Zielfoto entscheiden. Otto kam beim Duell der Namensvetter Kopf an Kopf mit Christian Ritter aus dem Wasser, offiziell trennten beide 0,3 Sekunden. Der nach seinem Handgelenksbruch noch immer etwas behinderte Christian Rudolf überzeugte als Neunter. Zugleich ge- wann "Rudi" die inoffizielle Familienwertung, denn Vater Heiko (Lok Mitte) siegte in der Altersklasse 40 und wurde Gesamt-18.

Das dritte "Sturz-Opfer" Martin Voigt zeigte nach überstandenem Schlüsselbeinbruch mit seinem Erfolg im Fitness-Triathlon ein tolles Comeback. "Nächste Woche starte ich in Grimma noch einmal auf der kurzen Distanz. In zwei Wochen möchte ich in Kiel in der Bundesliga wieder dabei sein", so der 21-Jährige. Auch die beiden diesjährigen Hawaii-Starter zog es an den Kulki. Frederic Richter (SV Handwerk) zog drei Wochen nach dem Ironman in Frankfurt die Zuschauerrolle vor, Kersten Adler (SC DHfK) finishte auf der olympischen Distanz und verfehlte als 14. sein Top-Ten-Ziel recht knapp. "Mein Puls kam die ganze Zeit nicht so richtig hoch. Das liegt sicher am vielen Ausdauertraining." Ihn ärgerte nur, dass er auf der letzten Radrunde von einer Zehner-Gruppe überholt wurde, die das Windschattenverbot einfach ignorierte. "Beim Laufen hatte ich anfangs etwas Seitenstechen. Aber insgesamt war es eine gute Trainingseinheit für mich", so der 29-Jährige.

Sehr streng waren die Kampfrichter gegenüber Kathrin Bogen. Die für das Regionalligateam von Trisport Wurzen startende Leipzigerin erhielt eine zweiminütige Zeitstrafe wegen Windschattenfahrens aufgebrummt. "Das war einen kurzen Moment der Fall, nachdem ich überholt wurde", bestätigte die 36-Jährige, die dennoch gewann. "Andere sind viel mehr Windschatten gefahren und wurden nicht bestraft. Aber ich will mich nicht aufregen, es ist ja gut gegangen und hat viel Spaß gemacht", sagte die schnellste Frau, die nach dem Schwimmen fünf Minuten Rückstand hatte. Ihr Ehemann Gregor, der in Gera schon einmal von der Gattin bezwungen wurde, kam sieben Minuten vor ihr als Altersklassen-Zweiter ins Ziel. Und ganz besonders stolz ist die starke Läuferin, dass ihre Kinder Rico (6) und Bianca (8) tags zuvor Rang eins und zwei belegt hatten. Das Beispiel der Bogens zeigt den Charakter der Veranstaltung: Der LVB-Triathlon ist eine familiäre Angelegenheit.
Leipziger Volkszeitung - Frank Schober [23.07.2007]
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