Dinner auf dem Wasser

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An der Markranstädter Seite des Kulkwitzer Sees entsteht bis zum Sommer ein schwimmendes Strandbad

Im Sommer wird Markranstädt um eine Attraktion reicher sein: "Wir bauen das schwimmende Strandbad", blickt Christian Conrad, Geschäftsführer des Seebetreibers LeipzigSeen, voraus und ist schon ganz gespannt. "Für die Anlage am Markranstädter Ufer des Kulkwitzer Sees gibt es bislang kein vergleichbares Vorbild. Ich bin wirklich neugierig, wie das den Leuten gefällt."

Die Eröffnung des Strandbads, die für Anfang Juni vorgesehen ist, werde der Höhepunkt der kommenden Sommersaison am Kulkwitzer See. "Der Auftrag ist ausgelöst, die Teile werden zurzeit in Rostock angefertigt. Die LeipzigSeen GmbH investiert rund 280.000 Euro in den Bereich, den die Besucher auch weiterhin kostenlos nutzen können. Wir verlangen keinen Eintritt. Jeder geht wie bisher auf eigene Gefahr baden", so Conrad. Das schwimmende Strandbad besteht aus vier je 15 Meter langen und drei Meter breiten Stegelementen, an deren Enden zwei 90 Quadratmeter große Plattformen zum Spielen und zum Ausruhen einladen. "Wir bebauen gewissermaßen die Wasserfläche. Das gibt ein ganz neues Gefühl, ähnelt einem Flussbad." Der schwimmende Spielplatz und die Lounge auf dem Wasser seien nicht nur ein neuer Hingucker vor der Silhouette Markranstädts, mit dem sich die Stadt als Anrainer des Kulkwitzer Sees auch noch besser auf dem Neuseenland-Prospekt vermarkten könne, sondern zugleich ein einzigartiger Veranstaltungsort für Feste vieler Art. "Wie wäre es zum Beispiel mit einem Dinner auf dem See?" Conrad ist sich sicher, dass dafür kein Gastgeber einen Korb bekäme. "Egal ob für Hochzeiten, Geburtstage oder kleine Firmenempfänge - ich hab' die Location schon richtig vor Augen." Um die Attraktivität des Strandabschnitts zu erhöhen, werde auch der Imbiss aufgepeppt. Doch damit nicht genug. Das Strandbad sei auch eine Art Versuchsballon. "Wir testen damit Möglichkeiten für ein schwimmendes Haus", erzählt der Geschäftsführer. Momentan behalten die Häuser am Leipziger Ufer des Sees aber noch festen Boden unterm Fundament. "Gerade entsteht unser sechstes Schwedenhaus. Diese bunten Gebäude mit den Ferienwohnungen haben das Bild des Sees für Touristen in der jüngeren Vergangenheit spürbar aufwertet", freut sich Conrad. Nun hoffe er, dass der Bebauungsplan endlich beschlossen wird. "Wir möchten gern noch einige dieser Häuser bauen, denn sie werden sehr gut angenommen."

"Beim Camping sowie der Vermietung der Bungalows und Ferienwohnungen verzeichneten wir im vergangenen Jahr erneut ein gutes Ergebnis", sagt Reiner Ihle vom See-Team. 13 000 Gäste mit 32 000 Übernachtungen wurden gezählt. "Nachdem das schöne Wetter erst schwer in die Gänge kam, hatten wir durch die Fußball-WM und den langen Sommer doch noch ein sehr gutes Geschäft."

Ihle erläutert aber auch noch einige kleinere Veränderungen am See, die Stammgästen sicherlich nicht verborgen bleiben werden. "Wir haben inzwischen das Areal an der früheren Partytonne eingeebnet und werden es demnächst begrünen", so Ihle. Neu sei zudem, dass der Hundestrand unterhalb des Feriendorfs in Lausen um rund 200 Meter Richtung Göhrenz wandert. Damit reagiere der Seebetreiber auf permanente Querelen zwischen Gästen mit und ohne Vierbeiner. "Wir hoffen, dass die Hundefreunde endlich Vernunft walten lassen und ihre Tiere nur an den dafür bestimmten Stellen ins Wasser lassen", appelliert Ihle. Gleiches gelte für die Leinenpflicht im gesamten Erholungsbereich.

Eines seiner Markenzeichen wird der Sees allerdings verlieren. "Die hölzernen Tiere vom Spielplatz verschwinden nach und nach. Seit Anfang der 80er Jahre sind sie Wind und Wetter ausgesetzt und mittlerweile derart morsch und marode, dass die Sicherheit der spielenden Kinder nicht mehr zu gewährleistet ist. Ein Ersatz vom Künstler Günther Schumann kommt für uns aus finanziellen Gründen nicht in Frage."
Leipziger Volkszeitung - Cornelia Lachmann [13.01.2007]
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