See bekommt natürlichen Überlauf
Freispiegelleitung führt überschüssiges Wasser in den Zschampert
Nicht nur in der Leipziger City, sondern auch an der Peripherie der Messestadt entsteht zurzeit ein Tunnel. Das
Projekt der Röhre, die momentan unter der Bundesstraße 87 zwischen Miltitz und Markranstädt vorangetrieben wird,
hat fast ebenso lange gebraucht wie die "große Schwester" im Stadtzentrum, steht jetzt allerdings kurz vor
ihrem Abschluss: die so genannte Freispiegelleitung.
Sie wird künftig als natürlicher Überlauf des Kulkwitzer Sees fungieren. Steigt der Wasserspiegel also höher
als erwünscht, fließt das Nass ohne weiteres Zutun von außen in den Zschampert ab. Das Flüsschen nimmt bereits
seit Jahren Wasser aus dem Kulki auf. Bislang allerdings wurde das mit Hilfe einer Pumpe herausbefördert.
"Diesen Aufwand brauchen wir bald nicht mehr zu betreiben", freut sich Reinhard Ihle vom Seebetreiber
Leipzig-Seen und verspricht sich von der Stabilisierung des Wasserspiegels auch mehr Sicherheit für die
Wasserskianlage. "Die Leitung war einfach überfällig. Auch dank der Unterstützung der Lausitzer und
Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft wird sie zum Jahresende fertig", so See-Chef Christian
Conrad.
Der Wasserstand des Kulkwitzer Sees liegt zeitweise deutlich über dem bei der Flutung geplanten Limit.
Ursache dafür ist seit der Wende neben dem Wegfall industrieller Wasserverbraucher, die aus dem See einst
das kostbare Nass abpumpten, vor allem der Wiederanstieg des Grundwasserpegels in der Region. Probleme
bereitete diese Entwicklung schon Mitte der Neunzigerjahre, als Schäden an Gebäuden und Versorgungsleitungen
auftraten. Um diesen Prozess zu stoppen, wurde im See bereits eine Pumpe installiert, die sauerstoffarmes
Tiefenwasser fördert und nahe der Bundesstraße 87 in den trockenen Zschampert speist. Deren Betrieb
allerdings ging ins Geld, so dass seit langem nach einer kostengünstigeren Lösung gesucht wurde. Die so
genannte Freispiegelleitung soll es nun richten.
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