Eingeseift und abgespült

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Feucht-fröhlicher Spaß beim fetzigen Karnevalsklamauk am Kulkwitzer See

Das Wasser braust auf. Die Wellen brechen am seichten Strand. Neptun ist mit seinen vier Meerjungfrauen auf dem Kulkwitzer See unterwegs. Hochmodern mit einem Motorboot der Wasserwacht. "Sorgt dafür, dass diese Welt und alles Wasser sauber bleibt! Erhaltet diese Welt!", lautet seine Botschaft in Anspielung auf die alljährlichen Verunreinigungen des Kulkis.

Matthias Laesé heißt der Neptun im wahren Leben - und ist Mitglied des Carnevalsclub Alte Salzstraße (CCAS), der jedes Jahr den fetzigen Kulkwitzer Karnevalsklamauk im Rahmen des Seefestes organisiert. Neben der Begleitung durch die anmutigen Meerjungfrauen hat Neptun auch noch das Vergnügen, besondere Narren aus den Leipziger Vereinen zu taufen. In diesem Jahr muss als erstes Silke Walther vom Grünauer Garnevals Glub (GGG) dran glauben. Auf den Stuhl zerren, mit Schlagsahne einseifen und viel Wasser drübergießen - so in etwa läuft das Prozedere. Ach ja, und danach natürlich in den See schleifen und abtauchen. Dafür darf sie sich von nun an "Tanzende Seegurke" nennen - etwas muss die ganze Sauerei ja bringen. Außer ihr müssen auch Tino "Gebrauchtwarenfisch" Eggert vom Verein Firlefanz und Michael "Seelöwenherz" Franke, der neue Vorsitzende des Förderkomitees Leipziger Karneval, auf den Taufstuhl. Ob sie wollen, oder nicht.

Besucherin Birgit Johne kann sich das Lachen kaum verkneifen. "Eigentlich bin ich ein Faschingsmuffel", gesteht sie. Nur wegen ihrer Zwillinge Katja und Tanja sei sie überhaupt aus Lausen gekommen. "Aber es ist doch lustig geworden." Nun will sie gemeinsam mit den Kindern dem GGG bei den Wettkämpfen die Daumen halten. Fünf Karnevalistenklubs treten in mehreren Disziplinen gegeneinander an. "Alles hat natürlich mit Wasser zu tun", erklärt Michael Badtke, Schatzmeister des CCAS. Als erstes gilt es zwei gefüllte Becher auf einem Ziegelstein zu transportieren. Möglichst schnell und ohne Vergießen, versteht sich. Das übrig gebliebene Wasser kommt in einen Eimer - am Ende zählt nicht die Zeit, sondern die nichtvergossene Menge. In puncto Schnelligkeit lassen die Jungs und Mädels vom Portitzer Carnevalsclub (PCC) die Konkurrenz weit hinter sich. Ob es auch mengenmäßig geklappt hat? Die Messlatte zeigt: Schon nach dem ersten Spiel führen die Sieger der beiden Vorjahre. "Wie gewohnt", tönt es da schon aus den Reihen der Portitzer.

Am Ende machen allerdings die zuerst weit abgeschlagenen Eilenburger das Rennen. Durch Effektivität. Sie schaffen es, in anderthalb Stunden am See einen Zehn-Euro-Schein in ausländische Münzen zu wechseln. Auf stolze 60 Euro kommen die Mul-destädter am Ende - dank fleißiger Spender.
Leipziger Volkszeitung - Linda Polenz [28.08.2006]
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