Mutprobe in der Höhe

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Wer hoch hinaus will, kann tief fallen - aber nicht bei der Entdecker- tour: Mutige, die sich am kommenden Freitag in die Höhe schwingen, werden per Karabiner und Stahlseil angeleint. "Da kann man nicht runterfallen", verspricht Barbara Schmidt. Sie betreibt am Kulkwitzer See einen Hochseilgarten, lädt am 11. August Entdeckertouristen an den westlichen Stadtrand von Leipzig ein. In bis zu zwölf Metern Höhe heißt es dort für alle ab 1,50 Meter Körpergröße, Angst überwinden, Balance halten und möglichst nicht nach unten schauen. Der Leipziger Hochseilgarten - das sind lange, in den Himmel ragende Holzbohlen, die durch Stahlseile, großmaschige Netze, Balancierstrecken und Seilschaukeln verbunden sind. Von 10 bis 18 Uhr werden Schmidt und ihre ausgebildeten Klettertrainer die Besucher der Entdeckertour am Kulkwitzer See empfangen. Mit dem Coupon kostet der Eintritt für zwei Erwachsene und zwei Kinder 15 Euro - ein Schnäppchen. Dafür wird das Team mit den Entdeckertouristen jeweils ein ausgesuchtes Hindernis des Klettergartens besteigen. "Alles an einem Tag wäre gar nicht machbar", sagt Schmidt. Spaß und Spannung seien garan- tiert. Die Coaches würden dafür sorgen, dass nichts passieren kann. Die- se Zeitung wird außerdem mit einem Spielestand für Kinder vor Ort sein.

Einige der 17 verschiedenen Stationen heißen Himmelsleiter, Pam- per-Pol, Flying-Fox oder Riesenschaukel. Will man alle Elemente des Hochseilgartens am Stück bewältigen, sind acht Stunden schnell vergangen. "Die Leute kommen wegen des Abenteuers und um Spaß zu haben. Aber es geht auch um mentales Training, besonders die Überwindung von Ängsten", erklärt die gelernte Erwachsenen-Pädagogin Barbara Schmidt. Anfang 2004 hatte sie die Idee für die Anlage. "Dann ging alles ganz schnell", erzählt sie. Auch ein Firmenname war bald gefunden. Twid - vier Buchstaben, die laut Schmidt für den Slogan "Das Team sind wir, ich und du" stehen.

Der Hochseilgarten befindet sich im zentralen Erholungsgebiet an der Ostseite des Kulkwitzer Sees auf dem 3000 Quadratmeter großen Gelände einer ehemaligen Bungalow-Siedlung. Wie Inhaberin Barbara Schmidt berichtet, kommen nicht nur Abenteuerlustige auf der Suche nach dem besonderen Kick an den Leipziger Stadtrand. Auch Manager aus der Wirtschaft, Firmengruppen oder Menschen im Rahmen von Resozialisierungsprojekten zählt sie zu ihren Kunden. Doch was von unten zunächst spielerisch leicht aussieht, entpuppt sich beim Besteigen der oberen Ebenen als Herausforderung. Und nach der Klettertour in luftigen Höhen verspricht Schmidt nicht nur Muskelschmerzen. "Das ist anstrengend und zum Teil auch richtig Arbeit. Aber dabei passiert ganz viel im Kopf". Sie nennt das dann die "Methode Erlebnispädagogik".
Leipziger Volkszeitung - Alexander Weise [11.08.2006]
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