Wassertemperatur des Kulki im Rekordbereich: Ronny Dietz erwägt beim LVB-Triathlon Verzicht auf Neopren-Anzug
Neopren-Anzüge sind eine ideale Erfindung für kalte Wassertemperaturen. Wenn am morgigen Sonntag (11 Uhr) rund
500 Starter beim 23. LVB-Triathlons die olympische Distanz in Angriff nehmen, wird sich der Kulkwitzer See so
aufgeheizt wie selten zuvor präsentieren. Dennoch schlüpfen sicher rund 80 Prozent der Starter in die zweite Haut.
Längst ist den einstigen Ausdauerdreikämpfern ihr Material heilig, versprechen sie sich mehr Auftrieb und ein paar
Sekunden Bonus. Veranstalter Sven Bemmann stellt klar: "Neopren-Anzüge sind erlaubt und werden aus Sicherheitsgründen
von uns empfohlen." In ein Meter Kulki-Tiefe herrschten 23 Grad, ein Neopren-Verbot gelte erst ab 25 Grad.
Doch der Vorjahressieger und Top-Favorit überlegt ernsthaft, morgen zur guten alten Badehose beziehungsweise
zum Einteiler zurückzukehren. "Bei den jetzigen Temperaturen ist der Körper im 'Neo' nach 1000 Metern zu stark
erhitzt", erklärt der Chemnitzer Ronny Dietz und schlussfolgert: "Lieber schwimme ich ein wenig langsamer,
steige aber nicht so überhitzt aufs Rad." Der 27-Jährige von der SG Adelsberg will wie bei seinem Erfolg über
vor Jahresfrist über Seriensieger Lothar Leder erneut auf der Laufstrecke die Entscheidung suchen.
Bis dahin dürfte von der Papierform her Schwimmspezialist Jan Sibbersen aus Coburg führen. "Er hat aber beim
Laufen Schwächen", weiß Dietz aus Erfahrung. Bei den bisherigen Duellen konnte der Sachse den Franken trotz
bis zu zweiminütigem Rückstand nach dem Schwimmen meist noch einholen.
Obwohl sich Ronny Dietz seit einigen Jahren auf den Cross-Triathlon spezialisiert hat (und im Juni in
Sardinien Vizeeuropameister wurde), rechnet er sich am Kulki auch mit Rennrad statt Mountainbike und
flacher Straße statt Gebirgskurs einiges aus: "Das Radtraining im Gelände bringt mir viel Kraft, davon
profitiere ich auch auf der Straße." Zudem sei in Leipzig Windschattenfahren verboten. Dies kommt dem
BWL-Studenten, der von der internationalen Xterra-Cross-Serie "gut überleben" kann, sehr entgegen: "Ich
hoffe, dass das Windschattenverbot an der Spitze kontrolliert wird. Schließlich geht es um einiges. Wenn
der 500. beim 499. am Hinterrad klebt, ist das was anderes, das muss dann jeder sich ausmachen."
Nicht nur wegen der dortigen Windschatten-Erlaubnis reizen den Chemnitzer die Bundesliga oder City-Triathlons
wie in Hamburg nicht mehr: "Mir macht es in der Natur wesentlich mehr Spaß. Bei der Cross-EM auf Sardinien
hatten wir eine so herrliche Landschaft, das ist unbeschreiblich." In Leipzig findet der Triathlon wieder
in der Nähe des Sees statt. Nicht nur deshalb kommt Ronny Dietz immer wieder gern hierher: "Ich kenne keinen
anderen Triathlon im Osten, der so gut organisiert ist und wo so viele Zuschauer so viel Stimmung machen."
Sie werden ihn wieder begeistert empfangen, auch wenn es mit der Titelverteidigung nicht klappen sollte.
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