Erstes Drachenbootrennen auf Kulkwitzer See
Gar nicht so einfach, 18 Personen in einem Boot zu koordinieren. "Ihr seid vorne ganz schön schwer", kommentierte
Anja Klöter, Captain und Schlagfrau der Mannschaft "Schkeuditzer Kesselmaschine", und kommandierte einige der
kräftigen Männer auf die hinteren Paddelbänke. Hilfe für das Konkurrenzteam "Ottos Äppelkahn" war auch notwendig,
nur zwei der neunzehn Mann und Frau Besatzung waren schon einmal gepaddelt, mit einem Drachenboot hatten alle
das erste Mal zu tun. Das Drachenbootrennen am Kulkwitzer See war das erste seiner Art in Leipzig.
Die Drachenboote - 19,49 Meter lang, ein Meter 16 breit und 250 Kilogramm schwer - kommen ursprünglich aus
China. Verschiedenen Legenden zufolge sprang der politisch verfolgte Qu Juang von einem solchen Boot in einen
Fluss, um seinen Fängern zu entkommen. In Mitteldeutschland gibt es diese Rennen inzwischen öfter, zum Beispiel
in Halle und Moritzburg, wo einige der zehn antretenden Teams schon Pokale erpaddelt hatten. Darum ging es
auch am Kulkwitzer See. "Lieber tot als Zweiter", gab sich Maschinenbaustudent Dirk Richter (26) vor dem
Start kampflustig. Der "Kinderstübchen e.V." war sogar extra aus Prenzlau angereist. Die Mannschaft
trainiert sonst einmal wöchentlich auf dem Unteruckersee, und war damit verglichen mit den übrigen
Mannschaften schon Profi. Denn für die meisten war es eine "Spaßregatta", wie Anja Klöter betonte. Deutlich
sah man das an den "Riffpiraten". Schwarze Kopftücher und Augenklappen sollten darüber hinwegtäuschen, dass
sich das Team aus Bad Lausick in einem Hallenbad kennen lernte. "Wir sind eher gemäßigte Piraten", erklärte
Kapitän Hans Lan- ge (44). "Gegner werden nur bei groben Regelverstößen versenkt. Und unsere Trommlerin
wird wahrscheinlich zu Wasser gelassen." Die scheinbar gemütliche Position der Taktgeberin im Bug, wegen
des geringen Körpergewichts in der Regel von Frauen besetzt, schien an diesem Tag die gefährlichste.
Paddelte das Team zu langsam, zu unmotiviert, oder kam gar einer der achtzehn Paddler aus dem Takt, wurde
sie verantwortlich gemacht - und beim Team der "Spritzigen Skispitzen" angeblich nach dem Rennen sogar
kielgeholt.
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