"Kann ich jetzt losgehen?" Der neunjährige Paul kann es kaum noch erwarten. Noch steht er am Fuße des
oberen Podestes im "TWID Hochseilgarten Leipzig". Zehn Meter muss er an einem Holzpfahl erklimmen, um
zu den verschiedenen Stationen im oberen Bereich zu gelangen.
Bereits seit vergangenem Jahr können Familien, Firmen, Organisationen oder Privatleute am Kulkwitzer
See ihr Kletter-Talent unter Beweis stellen. Am Sonnabend hatte Familie Rödger den Hochseilgarten
gemietet. "Wir wollten mal etwas Außergewöhnliches machen", sagte Karin Rödger, das weibliche
Oberhaupt. Während Paul und die anderen in luftiger Höhe durch Ringe stiegen, blieb die frühere
Kindergärtnerin mit ihrem Gatten Eberhard lieber am Boden."Ich war voriges Jahr zur Eröffnung ganz
oben", erzählte sie. "Irgendwie kann ich es jetzt noch kaum glauben, dass ich das geschafft habe."
Insgesamt 90 Minuten konnten die zehn Herren, Damen, Jungs und Mädels sich zehn Meter über der
Erde vergnügen. Dietmar Beckmann - mit 43 Jahren der älteste in der Kletter-Runde - gelangte über
zwei Baumstämme und eine Seilbrücke zu der wohl schwierigsten überirdischen Station: hängende
Seile, durch die gestiegen werden muss - jeweils ein Abstand von etwa zwei Metern, freischwebend
über dem Boden. "Das kann ich nicht", rief Beckmann seinem Team-Kollegen Ino Langbein zu. "Wie
soll denn das nur gehen?" Der Partner schnappte sich kurzerhand das Seil, hakte seine
Sicherungsleinen ein - und schwebte zur anderen Seite. Allerdings nicht ohne Anstrengung.
"Da kommt man ganz schön aus der Puste", meinte er hinterher."Aber es ist auch irgendwie
irre."
Nach dem Kletter-Spaß in der Höhe ging's für die Familie auf den Boden zurück. Auch dort
befinden sich mehrere Stationen. "Der Schwierigkeitsgrad ist unten sogar meist größer als
oben", meinte Hochseilgarten-Chefin Barbara Schmidt. Richtiges Anseilen und Sicherheitskleidung
sind an jeder der 17 Stationen Pflicht."Dafür haben wir geschultes Personal dabei, das die
Sicherheit überwacht", so Schmidt. Neun - absolut schwindelfreie - Trainerinnen und Trainer
geben Tipps und Hilfestellungen. "Schließlich ist die Sicherheit das oberste Gebot",
versicherte die Leiterin.
Morgen von 8 bis 12 Uhr, am Sonnabend von 12 bis 18 Uhr und am Sonntag von 9 bis 12 Uhr finden
für interessierte Kletterer oder die es werden wollen, öffentliche Events statt. "Im
Gegensatz zu den geschlossenen Veranstaltungen, wo die Gruppen allein sein wollen,
kann da jeder mit klettern", erläuterte Schmidt. Einzige Bedingung ist die vorherige
Anmeldung unter der Telefonnummer 034205 / 44248. "Das ist notwendig, damit wir wissen,
wie viele Trainer wir einsetzen müssen", sagte Schmidt. "Schließlich sollen ja alle
Teilnehmer ordentlich betreut werden."
• Nähere Informationen unter www.twid-leipzig.de
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