Fast wäre es gestern der perfekte Tag für Nicole und Lothar Leder geworden. Das Darmstädter
Sportlerpaar zählte klar zu den Favoriten beim 22. Leipziger LVB-Triathlon. Die 33-Jährige nahm
das erste Mal in Leipzig teil und konnte sich den Sieg in der Olympischen Distanz sichern.
Vorjahressieger und Ehemann Lothar ging allerdings gegen Lokalmatador und Dauerrivalen Ronny
Dietz die Luft aus.
Kurz vor der Wechselzone hatte der für den SG Adelsberg startende Dietz seinen
Konkurrenten Leder mit dem Rad überholen können. "Das war meine Taktik. Ich wußte,
wenn ich Lothar vor dem Laufen ein paar Meter abnehme, habe ich sehr gute Chancen",
meinte der 26-Jährige überglücklich, kurz nachdem er mit einer Zeit von 1:58:41
Stunde ins Ziel eingelaufen war. Leder: "Ich hatte heute keine Chance gegen Ronny."
Der größte Respekt gebührt aber einem anderen. Frank-Peter Müller war am Sonnabend noch
am Schliersee in der Triathlon-Bundesliga gestartet. Gestern lag er nach dem Schwimmen
sogar in Front, landete amEnde auf dem dritten Platz. "Ich habe mir das in der Nacht
überlegt. 22 Uhr war ich vom Schliersee zurück, habe dann Tour de France geschaut und
mir gesagt: In Leipzig machst du auch noch mit", erzählte der 22-Jährige. Im Ziel
fiel der Sportstudent dem Vorsitzenden des Leipziger Triathlon e.V., Sven Bemmann,
völlig entkräftet um den Hals.
Total fertig stieg auch Ralf Rother aus den Fluten des Kulkwitzer Sees. Zu einer Zeit
als Leder und Dietz kurz davor waren, schon wieder vom Rad zum Laufen zu wechseln,
quälte sich Rother die Uferböschung als Letzter hinauf. Moderator Andreas Clauß
feuerte ihn mit allerlei Späßen an: "Ralf, du hast deinStartgeld bezahlt. Es steht
nirgends geschrieben, wie lange man die Strecke nutzen darf." Als sich der Sportler
in Seelenruhe fürs Radfahren fertig machte, ließ er sich beim Umziehen auch nicht
von den zahlreichen Zuschauern stören. Als er komplett nackt war, rief Clauß:
"Dass nenn ich einen Iron Man."
Ein eiserner Mann ist Ringo Drummer noch lange nicht. Bei der verkürzten Strecke, dem
Fitnesstriathlon, nahm der 34-Jährige das erste Mal teil. Lediglich seine Wettkampfvorbereitung
mutete seltsam an. Stärken sich viele Triathleten mit Bananen und Nudeln, setzte der
Leipziger auf Kartoffeln und Kassler. Drummer: "Fleisch gibt einem viel Eisen." Rang
105 von über 500 Startern sicherte er sich.
Das gestrige Wetter meinte es gut mit den Triathleten. Bei über 30 Grad aber schon fast
zu gut. Einigen Athleten machte der Kreislauf schlapp. "Es war aber nichts ernstes
dabei", resümmierte Steffen Seidel. Die Helfer rund um den Einsatzleiter der Deutschen
Lebensrettungsgesellschaft mussten lediglich einen Sportler ins Krankenhaus bringen.
"Das war aber nur eine Vorsichtsmaßnahme", so Seidel.
Die Sonnenstrahlen lockten aber auch tausende Besucher, die die offiziell 1050 Dreikämpfer
kräftig anfeuerten. Triathlon-Urgestein und Mitorganisator Andreas Clauß hofft im nächsten
Jahr auf 1500 Teilnehmer. Als Moderator rief er zu den Gästen: "Kommen sie auch 2006.
Da haben wir als Highlight die Fußball-Weltmeisterschaft in unser Programm mit
eingebettet."
• Fotos der LVZ dazu im Internet unter: http://www.lvz-online.de/lvz-heute/4346.html
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