Ostseetonnen markieren den Einstieg

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Zwölf waschechte Ostseebewohner haben am Kulkwitzer See eine neue Heimat gefunden. Die letzten von ihnen kamen am Wochenende in ihrem neuen Domizil an. Die ausgedienten Markierungstonnen sollen nun im See für Ordnung sorgen.

In den vergangenen Wochen wurden die ersten der weithin sichtbaren Bojen bereits vor der Lausener Tauchbasis der "Leipziger Delphine" im Wasser verankert. "Wir kennzeichnen auf diese Weise den Bereich der Einstiegsstelle vor unserer Basis", begründet Reinhard Gräfe von der Tauchschule Delphin die Markierungen. Eine zweite Stelle befindet sich am Strand vor dem Campingplatz und ist ebenfalls mit Tonnen markiert worden. Um Flora und Fauna des Sees nicht unnötig zu strapazieren und wildem Tauchen einen Riegel vorzuschieben, dürfen die Sporttaucher - von Notfällen abgesehen- das Wasser nur an solchen Einstiegstellen betreten und verlassen.

Außerdem befinden sich vor der Tauchbasis am Lausener Strand sogenannte Ausbildungsplattformen. Dort machen Tauchsportneulinge nach der Ausbildung in der Schwimmhalle die ersten Schritte im Freiwasser, üben sich im Austarieren und können dabei ungewollt an die Wasseroberfläche kommen.

"Durch die Markierung sollen Badegäste, Kanuten und Segler hingewiesen werden, dass hier mit Tauchern zu rechnen ist. Da kann ein Schwimmer sich schon einmal in einem Schwall Luftblasen wiederfinden oder unerwartet Körperkontakt bekommen", erklärt Gräfe schmunzelnd.

Die zwölf Markierungstonnen sind Veteranen, die eine Karriere in der Ostsee hinter sich haben. Sie wurden ausgewechselt, da sie den EU- Normen nicht mehr entsprechen. Auf einem Tonnenhof auf der Insel Rügen warteten die Schwimmkörper bereits auf ihre Verschrottung. Dank der Reise nach Leipzig entgingen sie diesem Schicksal.

Gereinigt und mit einem blau- gelben Abstrich versehen, sollen sie den Nutzern des Sees vor dem Lausener Strand und vor dem Campingplatz den Weg weisen. Mit Hilfe der Slipanlage des am See ansässigen Seglervereins wurden die je 250 Kilogramm schweren Tonnen ins Wasser befördert und anschließend per Motorboot über den See an ihren Bestimmungsort bugsiert. Damit sie sich nicht unerlaubt von ihren neuen "Dienststellen" entfernen, geben ihnen schwere Grundanker den nötigen Halt. Bei der Knochenarbeit halfen Segler und Kanuten, aber auch Taucher der DLRG und der Bundeswehr, die dem See seit Jahren die Treue halten.

Zumindest bei den Seglern revanchierten sich die "Delphine" am Wochenende bereits. Sie buddelten unter Wasser die versandeten Schienen der Slipanlage frei.
Leipziger Volkszeitung - André Dreilich [12.04.2005]
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