Der Naturschutzbund (Nabu) hat die OBM-Kandidaten aufgefordert, klare Aussagen zum Schutz von Umwelt und
Natur zu machen. In den letzten Jahren, so der Vorsitzende des Nabu-Kreisverbandes Leonhard Kasek, habe
die Stadtverwaltung Umwelt- und Naturschutz immer mehr aufs Abstellgleis geschoben. "Diese Vernachlässigung
des Umweltschutzes", so Kasek, "führt zunehmend zu einer spürbaren Verschlechterung der Lebensqualität
der Leipziger Bürger."
Als Beispiel nannte er den geplanten Ausbau der Jahnallee zur Stadtautobahn, die Demontage zeitweise
stillgelegter Straßenbahnschienen im Süden sowie den Bebauungsplan für den Kulkwitzer See. Der sehe
vor, für Parkplätze und Ferienhäuser größere Baumbestände zu opfern. Problematisch für den
Hochwasserschutz sei, dass in Plagwitz Häuser bis heran an die Elster gebaut werden dürfen.
"Dort könnte im Fall einer Hochwasserkatastrophe nicht einmal mehr ein Behelfsdeich aus Sandsäcken
gebaut werden."
Der Nabu kritisierte weiterhin, das die Preise der Wasserwerke und der Stadtreinigung umweltbewusste
Bürger bestrafen, die Wasser sparen und Abfall vermeiden. Die Verwaltung sorge sich nur noch darum,
zu Lasten der Leipziger und der Umwelt möglichst viel Geld einzunehmen. Kasek: "Es ist erschreckend,
das sich keiner der OBM-Kandidaten für diese Fragen zu interessieren scheint."
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