Die Gefahr, nasse Füße zu bekommen, ist am Ufer des Kulkwitzer Sees latent. Schon mehrfach stand der
Wasserspiegel bedrohlich hoch, und allein eine elektrische Pumpe half bislang, überschüssiges Nass in
den Zschampert abzuleiten. Die Lösung zur Entschärfung des Problems: ein natürlicher Abfluss, eine so
genannte Freispiegelleitung. Seit langem im Gespräch, kommt das Bauwerk jetzt per Vertrag in trockene
Tücher.
Immerhin liegen die Pläne schon seit Jahren in der Schublade: Ein freies Gefälle am Nordufer des
Kulkis, das per Rohrleitung unter der Bundesstraße 87 hindurchführt und auf der anderen Seite über
einen bereits existierenden Grabenverlauf in den Zschampert mündet. "Die Notwendigkeit dazu hatten
längst alle Beteiligten eingesehen", sagt Angelika Zabojnik vom Amt für Umweltschutz. "Nur wer das
finanzieren soll, war nicht geklärt" Niemand fühlte sich zuständig für jene falsche Berechnung im
Zuge der Tagebausanierung, die den zu erwartenden Grundwasserspiegel zu niedrig auswies.
Nun ergreift die Bergbauverwaltungsgesellschaft LMBV die Initiative. Der Handel: "Wir betreuen die
weitere Planung der Freispiegelleitung und bezahlen deren Bau", so Projektplaner Rolf Schottmann.
"Jedoch ohne Anerkennung einer Rechtsverpflichtung"- also ohne Verantwortungs- Eingeständnis. Der
Zweckverband Erholungsgebiet Kulkwitzer See übernimmt die Leitung danach in sein Eigentum. "Möglich
wird das durch Gelder, die Bund und Länder neuerdings im Rahmen des Verwaltungsabkommens
Braunkohlesanierung zur Verfügung stellen. Sie sind speziell gedacht für Fälle wie den Kulkwitzer
See."
Nach jahrelangem zähem Ringen kann es also vorangehen. "Wenn alles klappt, beginnen wir noch
Ende des Jahres mit dem Bau und sind im Frühjahr 2006 fertig", prognostiziert Angela Zabojnik.
Zurzeit würden noch technische Details geklärt. Zum Beispiel müsse der Zschampert an der
Einmündung vertieft werden, um das nötige Gefälle herzustellen. Außerdem sei noch offen,
in welcher Seetiefe das Wasser abgeleitet wird. Ungefähre Kosten der Anlage: eine halbe
Million Euro. Dafür spart sich der Zweckverband jährlich zwischen 30.000 und 40 000 Euro - so
viel kosten Betrieb und Instandhaltung der Pumpe.
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