Alter Imbiss am See wird zum Cliquentreff

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So müssen die Außenfassade gemalert, Türen gestrichen und Möbel eingeräumt werden. Hilfe und wichtige Tipps bekommen die Jugendlichen dabei vom Kulkiteam, den Sozialpädagogen der Mobilen Jugendarbeit (MJA) in der Selliner Straße 35.

"Wir haben mit der Leipziger Seen GmbH einen Vertrag, nachdem wir das Gelände für ein Jahr mietfrei nutzen dürfen. Lediglich die Nebenkosten müssen bezahlt werden", erklärt Roland Hametner vom Kulkiteam. Zusammen mit seinen Kollegen Robert Mönnich und Scarlett Wiewald wird der Sozialpädagoge den Jugendlichen bei der Einrichtung und Betreibung des Cliquentreffs behilflich sein.

Christian Conrad von der Leipzig Seen GmbH findet es gut, dass sich die Streetworker vor Ort um die Jugendlichen kümmern. "Ein See lockt immer Jugendliche an. Schön, dass sich die Mobile Jugendarbeit um die jungen Menschen kümmert. Wenn alles gut läuft, könnte der Vertrag verlängert werden", so der Geschäftsführer.

Die Jugendlichen sind begeistert. "Wir waren sonst immer am Rodelberg. Doch im Winter ist es da zu kalt. Außerdem sind wir hier unter uns und können machen, was wir wollen", nennt Patrick Skolaude die Vorteile. Der Name für das neu geschaffene Jugendzentrum steht schon fest. "Wir werden den Klub "Nix Gud" nennen", sagt Marcus Freimann. Zusammen mit Patrick Skolaude wird der 18-Jährige den Vorstand bilden. In Absprache mit den Streetworkern werden sie die Geschicke des Clubs leiten. Somit sind Regeln und Demokratie fester Bestandteil im "Nix Gud". "Alle drei Monate wird in einer Versammlung der neue Vorstand gewählt. Dieser setzt sich aus mindestens zwei 18-Jährigen zusammen", so die beiden jetzigen Amtsinhaber.

Für die Nebenkosten müssen die Jugendlichen zum Teil selbst aufkommen. Da das Cliquenhaus kein offener Freizeittreff ist, wird von jedem eine einmalige Aufnahmegebühr von 5 Euro und einen Monatsbeitrag von 3 Euro eingesammelt. "Davon sparen wir monatlich 15 Euro für Nebenkosten", erklärt Patrick Skolaude. Und damit das Geld am Ende des Jahres auch reicht, legt die MJA den selben Beitrag ebenfalls beiseite und unterstützt so die Jugendlichen auch finanziell.

Vor allem durch Eigeninitiative konnte schon einiges geschaffen werden. So sammelte der 15-Jährige Marcell Hensel bei seinen Verwandten Schränke, Tische und Werkzeuge. Verena Eichler kümmert sich um den Abwasch und Marlen Max ist Protokollführerin bei den Versammlungen. Im Aufenthaltsraum ist es durch die Sofas schon recht gemütlich. Zudem kann Essen in der Küche zubereitet werden. "Nur eine Mikrowelle fehlt noch", sind sich alle einig.

Einziges Manko des neuen Treffs ist die fehlende Heizung. Auch hier will das Kulkiteam helfen. "Einen Ofen haben wir schon da. Lediglich ein Schornstein müsste noch gebaut werden. Dann könnten die Jugendlichen selber heizen", erklärt Roland Hametner. Die Kosten für eine Esse belaufen sich auf rund 300 Euro. Deshalb bitten die Sozialpädagogen um Spendengelder. Die Ausstellung einer Quittung sei kein Problem. Überwiesen werden kann auf das Konto 11 000 640 67 der Sparkasse Leipzig, BLZ 860 555 92. Im Betreff sollte Schornstein stehen.
Leipziger Volkszeitung - Frank Schütze [04.11.2004]
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