Verein am Kulkwitzer See wehrt sich gegen Forderung nach Öffnung des Geländes
Mit deutlichen Worten weisen die Dauercamper im Erholungsgebiet Kulkwitzer See die Forderung der
Interessengemeinschaft (IG) nach einem für alle zugänglichen Campingplatz zurück. Wie berichtet,
schimpft die im Sommer gegründete IG vor allem über die Zäune, die vom neuen Pächter, der Leipziger
Seen GmbH, gesetzt wurden. Der See sei ein Erholungsgebiet für alle, hieß es. Mehr als 1500
Unterschriften sammelte die IG, mit denen unter anderem gefordert wird, alle Wege tagsüber zu
öffnen, auf Zäune zu verzichten und lieber Sträucher zu pflanzen.
Die Dauercamper stellen klar, dass sie bereits vor 1990 durch jährliche Aufbaustunden am See einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Anlagen geleistet haben. Mit ihnen habe bislang niemand von der IG Kulkwitzer See gesprochen. "Es entsteht zudem der Eindruck, dass diese Gemeinschaft die tatsächlichen Verhältnisse am Kulkwitzer See nicht kennt", erklärt der stellvertretende Vorsitzende der Dauercamper, Siegfried Hirschel, jetzt in einer Stellungnahme.
"Hätte sich die IG sachkundig gemacht, wäre ihr bekannt geworden, dass der Bereich des Campingplatzes einschließlich der Ferienhaussiedlung von Beginn an ( seit 1973) nur für Feriengäste und die Nutzer des Campingplatzes geöffnet war", so Hirschel. Vermutlich weil die Mittel fehlten, sei diese Einschränkung vor 1990 überwiegend durch Hinweisschilder umgesetzt worden, an die sich nur kaum jemand hielt.
Vereins- Vorsitzender Günter Schultze kennt solche Szenen: " Da fahren Fremde Tag und Nacht mit ihren Autos übers Gelände oder kommen mit Decken und Badesachen an den kleinen Strand, gehen schwimmen, lassen hinterher ihren ganzen Müll liegen, und wir dürfen es wieder sauber machen", empört er sich.
"Mit der nunmehr vollzogenen Einfriedung des Platzes, die weiterhin nicht lückenlos ist, hat die Leipziger Seen GmbH lediglich eine langjährige Forderung auch des Campingvereins und der Feriengäste vollzogen", erinnert Hirschel. Wer sich auf anderen Campingplätzen auskenne und offenen Auges in Deutschland umsehe, der wisse, dass auf allen Plätzen in gleicher Weise verfahren wird. Vor allem auf Grund von Sicherheitsforderungen sowie der haftungs- und versicherungsrechtlichen Bestimmungen bleibe auch kein anderer Weg. Hirschel verweist auf viele Einbrüche im Jahr 2003, die zu erheblichen Schäden geführt haben.
"Die Maßnahmen richten sich also nicht gegen den einzelnen Spaziergänger. Sie sollen vielmehr sowohl die Sicherheit auf dem Platz gewährleisten als auch das Eigentum der Mitglieder des Campingvereins sowie der Feriengäste und natürlich des Betreibers sichern", erklärt Hirschel.
Für diese Sicherheit würden die Campingfreunde und Feriengäste schließlich einen hohen Preis zahlen: Je Campingparzelle - 70 bis 80 Quadratmeter - seien zum Beispiel pro Jahr 700 Euro fällig, erinnert der Vereins - Vize.
Der 1990 gegründete Verein habe 137 Parzellen. Die daraus erwirtschafteten Gelder flössen zu einem großen Teil auch in die Bewirtschaftung der frei zugänglichen Bereiche des Kulkwitzer Sees.
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