Markranstädter Pfarrer hielt am Sonntag Andacht für die Opfer des Sees
Die meiste Zeit des Jahres ist der Kulkwitzer See kein Ort der leisen Töne. Bei Sport und Spiel wird
dort gelacht, werden Feste gefeiert. Doch am Wochenende war das anders: Aus Anlass des Ewigkeitssonntages
war der Markranstädter Pfarrer Michael Zemmrich an den See gekommen, um dort eine Andacht zum Gedenken
an die im See ums Leben gekommenen Menschen durchzuführen.
Michael Zemmrich gedachte bei seiner Ansprache der Opfer, die der See binnen Jahresfrist gefordert
hat. Er sparte dabei auch den Mann nicht aus, der seinem Leben erst vor wenigen Tagen im See ein Ende
gesetzt hatte, und forderte die fast 100 Zuhörer auf, nicht nur der Verunglückten, sondern auch der
Verzweifelten zu gedenken.
Die Ausübung des mitunter risikoreichen Tauchsports setze Kameradschaft und Vertauen voraus, so der
Pfarrer. Zugleich warnte er die Sporttaucher davor, die Unfälle anderer mit professioneller
Gleichgültigkeit nach dem Motto "Das kann mir nicht passieren", abzutun.
Während und nach der von den Markranstädter Bläsern umrahmten Andacht ging es am See viel leiser zu
als sonst- und so mancher der Zuhörer zeigte ein nachdenkliches Gesicht.
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