Eigentlich sind die Mitglieder des Tauchsportvereins "Leipziger Delphine" keine Kinder von Traurigkeit. Doch
gestern dominierten am Kulkwitzer See die eher leiseren Töne, als der Markranstädter Pfarrer Michael Zemmrich
aus Anlass des Totensonntags der Opfer gedachte, die der Kulkwitzer See innerhalb eines Jahres gefordert hat.
Von einer schwimmenden Insel aus sprach er zu fast 100 Zuhörern über Leben, Tod, Kameradschaft und Vertrauen.
Mit den Worten "Herr, lehre uns, dass wir sterben müssen" erinnerte der Pfarrer an die beiden Menschen, die in den vergangenen Monaten den Tod im See gefunden hatten. Er machte keinen Unterschied zwischen dem Taucher, der bei der Ausübung seines Sportes ums Leben gekommen war, und dem Verzweifelten, der seinem irdischen Dasein erst vor wenigen Tagen ein Ende setzte. Den im Wasser schwimmenden Kranz bezeichnete er als Ehrerweisung für beide. Zemmrich forderte die nachdenklichen Zuhörer zum bewussten Erinnern auf: "Nur zu leicht verwischt sonst der Alltag die Gefühle, die auf dem Grund unserer Seele lebendig sind."
Die Kameradschaft zwischen den Tauchern sei eine der Voraussetzungen, um die Schönheiten der Welt unter Wasser zu erleben. Dennoch berge der Sport Risiken, die sich auch durch hohes Können und Routine nicht gänzlich ausschließen lassen. Umso wichtiger sei das Vertrauen, betonte Michael Zemmrich. Er erinnerte an Petrus, der Jesus übers Wasser gehen sah und es ihm gleichtat - bis er das Vertrauen verlor und zu versinken begann.
Als sichtbaren Ausdruck der Kameradschaft zueinander, aber auch mit den Opfern, brach eine Gruppe von "Leipziger Delphinen" nach der Andacht zu einem Tauchgang auf, bei der sie aus einem Korb Blüten des Gedenkens auf dem Wasser verteilte.
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