Im Hawaii-Röckchen ins kalte Wasser

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Staunende Gesichter sind den "Leipziger Pinguinen" immer sicher, wenn sie in eisige Fluten steigen - doch am Wochenende, zum Karnevalsbaden, verblüfften die Vereinsleute ihr Publikum ganz besonders. Bunt kostümiert marschierten rund zwei Dutzend Unerschrockene als Könige, Teufelchen und sogar heiße Hawaii-Mädchen in den sechs Grad kalten Kulkwitzer See. Das war ein Spaß im kühlen Nass.

Mancher Narr sah sogar danach noch fotogen aus. "Aufs richtige Kostüm kommt es an", erklärte Klaus Drya, der mit Röckchen, Perücke, Blumenkranz und Badelatschen plantschen ging. "Man muss Sachen anziehen, die nach dem Schwimmen nicht am Körper kleben." Sprach's und stieg gleich noch mal ins Gewässer.

Während die Zuschauer nicht selten bibbernd und mit kalten Rückenschauern am Lausener Ufer standen, ging's den Winterschwimmern prächtig. "Die Durchblutung wird angekurbelt und man härtet sich ab", schwärmte Ingolf Baumbach aus Grünau, seit den 70er-Jahren regelmäßig im kühlen Nass unterwegs. "Ich hatte schon seit Ewigkeiten keine Erkältung mehr."

Doch vor allem um Spaß und Originalität ging's beim nunmehr dritten Karnevalsbaden. Reinhard Gräfe von der Tauchschule Delphin, die die Veranstaltung zusammen mit den Pinguinen organisierte, weiß von kleinen Wettkämpfen zu berichten. "Anfangs haben sich die Leute nur angemalt. Mittlerweile kommen sie mit zum Teil aufwändigen Kostümen." So wie Jana Kelle im Teufelchen-Outfit. Von ihrer Mutter hatte sie sich eine Hörner-Perücke nähen lassen und an den Body einen langen Schwanz. Sieht höllisch gut aus, urteilte die Publikums-Jury - zum Lohn gab's eine Urkunde.
Leipziger Volkszeitung [17.11.2003]
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