Wasserski ist ein Sport, den man in der Karibik oder am Mittelmeer betreibt. In unseren Breiten kann man
dieser Leidenschaft eigentlich nur im Hochsommer frönen. Doch Jan Täschner und Patrick Schröder stellten
am gestrigen zweiten Weihnachtsfeiertag unter Beweis, dass diese landläufige Meinung überholt ist. Zur
Überraschung vieler Spaziergänger drehten mehrere Wasserski-Enthusiasten bei ganz und gar unweihnachtlichen
Temperaturen Runde um Runde auf dem Kulkwitzer See.
Die beiden jungen Männer hatten sich mit dem Bau ihrer Wasserskianlage am Kulkwitzer See nicht nur einen
eigenen Traum erfüllt. Sie realisierten 2002 ein Vorhaben, dass am See seit mehreren Jahren verfolgt
wurde, immer wieder platzte und dabei mehrere potenzielle Investoren verschliss. Erst Jan Täschner
und Patrick Schröder gelang es, das Projekt mit viel Eigeninitiative aus seinem Dornröschenschlaf zu
erwecken und in Rekordzeit zu verwirklichen.
Während gestern noch einmal Könner und Anfänger von der Startrampe aus über das kalte Wasser des Sees
gezogen wurden, machten die beiden Besitzer der Anlage zufriedene Gesichter. "Trotz des späten Beginns
und der beim Bau aufgetretenen Verzögerungen ist die Sache sehr gut angelaufen, deutlich besser als
geplant", fasste Jan Täschner seine Erfahrungen zusammen. Beinahe vergessen sind mittlerweile die
Anlaufprobleme: Da der Lieferant der Anlage Schwierigkeiten hatte, das komplexe Netzwerk aus
Masten, Stahlseilen, Rollen und Motoren im See termingerecht zu installieren und "zum Laufen"
zu bringen, musste die Inbetriebnahme mehrfach verschoben werden.
Während des Sommers sei die Anlage gut frequentiert gewesen. "Wir haben mittlerweile zahlreiche
Stammkunden, die gern zu uns kommen und auf dem Kulkwitzer See ihre Runden drehen", so Täschner.
Selbst aus dem Einzugsgebiet anderer Anlagen kämen Wassersportler zu ihnen: "Wir profitieren
eindeutig von der Attraktivität des Kulkwitzer Sees und von der guten Anbindung des Gebietes
an Bundesstraßen und Autobahnen."
In den zurückliegenden Monaten konnte es durchaus vorkommen, dass im Startbereich der Anlage
Gedränge herrschte. Aus diesem Grund wollen die beiden Betreiber im kommenden Jahr ein zusätzliches
Zweckgebäude errichten, das künftig Ski, Boards und anderes Verleihmaterial aufnehmen soll.
Geplant ist zudem, durch Sonderangebote für Schulen den Wasserski-Nachwuchs gezielt
anzusprechen.
Unverändert bleiben hingegen die Preise. "Trotz des Erfolges werden wir nicht an der Preisschraube
drehen", verspricht Jan Täschner. Das gelte auch für die Gastronomie, deren Angebote sich nicht
nur bei den Aktiven, sondern auch bei den Zuschauern großer Beliebtheit erfreuen.
Übrigens: Die Wasserski-Saison 2002 ist am Kulkwitzer See gestern zwar beendet worden, bis
zum Neustart dauert es jedoch nicht mehr lange: Neujahr, pünktlich 14 Uhr, läuft die Anlage
wieder.
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