Der Kulkwitzer See ist nicht nur für seine Qualität als Badegewässer bekannt. Taucher aus ganz Deutschland kommen
dorthin, denn der "Kulki" ist für sein klares Wasser berühmt. Doch so mancher zieht enttäuscht wieder ab, denn die
Sicht hat durch eingeleitetes Regenwasser gelitten.
Wer taucht, will dabei nicht "im Trüben fischen", sondern Fauna und Flora des Unterwasserreiches sehen. Klares
Wasser steht deshalb bei Tauchern hoch im Kurs. Absolut verpönt ist es bei den Tauchern, durch Flossenschlag oder
gar Grundberührung Sedimente aufzuwirbeln. In punkto Wasserqualität gehört der Kulkwitzer See zu den besonders
attraktiven Gewässern: Mit Sichtweiten bis zu 15 Metern kann er sich deutschlandweit "sehen lassen."
Allerdings ist die Freude an der Unterwasserwelt zurzeit buchstäblich getrübt, denn im See haben sich die
Sichtverhältnisse drastisch verschlechtert. "Schuld daran sind Unmengen von Schwebstoffen, die uns mitunter
kaum noch die Hand vor Augen sehen lassen", klagt Reinhard Gräfe, der den See als Tauchlehrer und Mitglied
der "Leipziger Delphine" wie seine Westentasche kennt. Die Quelle dieser Schwebstoffe liegt auf der
Markranstädter Seite, ist sich Gräfe sicher.
Mehrere Taucher haben festgestellt, dass sich der Ursprung der "Wolke" in dem Uferbereich befindet, wo im August von Markranstädt her Regenwasser eingeleitet worden war. "Als das Wasser in hohem Bogen die Böschung hinab lief, hat es auch jede Menge Erdreich mit sich gerissen, das sich nun erst langsam absetzen muss", meint Reinhard Gräfe. Dabei wäre es einfach gewesen, das Wasser durch Schläuche oder über Folien zu leiten und so die schlimmsten Verunreinigungen zu vermeiden.
Betroffen von der Situation sind auch die seltenen Characea - Algen, deren Vorkommen im See Gewässerbiologen in Erstaunen versetzte und die nun mit Sedimenten bedeckt sind.
Entsetzt sind die Ausrichter der Ende September in Leipzig stattfindenden "4.Unterwasser Foto - Video Sachsenmeisterschaft". "Wir erwarten mehr als 40 Teilnehmer aus ganz Deutschland, denen wir beste Bedingungen zugesagt haben - nun so etwas", klagt Achim Lingelbach.
Angelika Freifrau von Fritsch, Leiterin des Umweltamtes, wirbt um Verständnis für die Einleitung. "In Markranstädt war ein Rückhaltebecken übervoll", berichtet sie. Zudem habe eine befristete Genehmigung des Landkreis- Umweltamtes vorgelegen. Inwieweit diese tatsächlich existiert, ließ sich bis Redaktionsschluss nicht ermitteln.
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