Am Sonnabend wurde in Markranstädt neuer Wald gepflanzt / 120 Teilnehmer

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Ein ungewöhnliches Gewimmel herrschte am Sonnabend am Ende der Markranstädter Karlstraße. Dort waren etwa 120 Bürger der Stadt zusammengekommen, um die ersten Bäumchen für einen künftigen Wald ins Erdreich zu bringen.

Zufriedene Gesichter gab es bei den Organisatoren der Veranstaltung. Stadt Markranstädt, Stiftung "Wald für Sachsen" und Forstdirektion Chemnitz hatten sich bis zuletzt gesorgt, dass regnerisches Wetter am Pflanztag zu einer Schlammschlacht führen könnte. "Wir hätten uns nicht schrecken lassen", sagte Gerhard Thümmler von der Stiftung Wald für Sachsen. "Aber so ist es besser". Besonders freute Thümmler, dass so viele Markranstädter der Einladung zur Pflanzaktion gefolgt waren.

Zu den emsigen Pflanzhelfern, die sich mit Ahorn, Esche und Winterlinde abmühten, gehörte der erst 6jährige Philipp Schwerdfeger. Er hatte einen eigenen Mini-Spaten zum Pflanzort mitgebracht. Nur wenn es dem Kleinen zu schwer wurde, musste Papa Jens helfen.

Als weibliches Trio mit zwei aktiven Teilnehmerinnen gingen Elena, Liane und Eva Freymond beim Pflanzen zu Werke. Während die erst sechs Monate junge Elena vom Kinderwagen aus den Überblick behielt, gruben Mutter Liane und Oma Eva mehrere kleine Bäumchen ein. Gleich ein ganzes Bündel Setzlinge trug Andreas Berthold an den Pflanzort. "Ich lege mir einen Privatwald an", erklärte der Geschäftsführer des Zweckverbandes Erholungsgebiet Kulkwitzer See schmunzelnd.

Viel Spaß bei der Arbeit hatten auch Marlies und Ernst Bogen. Die Stadträtin zeigte sich von den Bäumchen, die ihr Mann "anlieferte", nur wenig begeistert. "Ernst, die haben zu große Wurzeln", bemängelte sie lächelnd. "Da müssen wir tief graben."

Keine Probleme beim Graben hatte der Markranstädter Ex-Bürgermeister Mischa Woitschek. "Schließlich habe ich einen gedienten Spaten dabei", stellte er fest. "Bei einigen Offiziellen ist er hingegen noch tüchtig blank."

Nach vollbrachtem Werk schenkten die Kameraden der Markranstädter Feuerwehr den Pflanzhelfern Suppe ein und Getränke aus. Und wirkten nicht müde, obwohl sie wenige Stunden zuvor von einem nächtlichen Einsatz auf der Bundesstraße 186 gekommen waren.
Leipziger Volkszeitung - André Dreilich [13.11.2001]
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