EU-Studie: Viele sächsische Badeseen schmutzig - Jeder dritte verstößt gegen Reinheitskriterien - Bautzen Schlusslicht - Bestnote für Cospuden und Kulkwitz

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Sachsens Badeseen zählen zu den unsaubersten in ganz Deutschland. Jedes dritte offiziell für Badegäste freigegebene Gewässer im Freistaat entspricht nicht den Reinheitskriterien der Europäischen Union. Zu diesem Ergebnis kommt der Badegewässerbericht 2000 der EU-Kommission. Bundesweit erfüllen 93 Prozent der Badeseen im Binnenland die EU-Richtlinien; in Sachsen sind es nur 65 Prozent. Lediglich das Saarland hat noch schlechtere Werte.

Die Ergebnisse zeigen eine rapide Verschlechterung gegenüber 1999, als die Kommission nur vor jedem achten sächsischen Strand warnte. Das Wasser wurde unter anderem auf pH-Wert, Sauerstoffgehalt und chemische Verunreinigungen wie Phenole, Mineralöle oder Pestizide untersucht.

Mit Bestnoten schnitten vor allem die Bademöglichkeiten rund um Leipzig und in der Lausitz ab. In der Umgebung der Messestadt bekamen beispielsweise der Kulkwitzer See, der Ammelshainer See und der Cospudener See, der erstmals in der Statistik geführt wird, das Prädikat sehr gut. Im Nordosten Sachsens waren es unter anderem der Knappensee und die Talsperre Quitzdorf. Schlechte Noten erhielten vor allem Gewässer im Raum Dresden und bei Chemnitz, darunter die Talsperre Malter im Weißeritzkreis. Für die Talsperre Bautzen galt im Berichtszeitraum sogar Badeverbot. Insgesamt wurden 31 Badeseen in Sachsen untersucht, in Deutschland 1615. Die benachbarten Bundesländer kamen dabei durchweg besser weg als der Freistaat. Sowohl Thüringen wie auch Sachsen-Anhalt liegen im Bundesdurchschnitt; Brandenburg sogar darüber.

Jedes dritte für Badegäste freigegebene Gewässer im Freistaat entspricht nicht den Reinheitskriterien der Europäischen Union. Damit liegt der Freistaat im bundesweiten Vergleich auf einem der hintersten Plätze. Zu diesem Ergebnis kommt der jetzt veröffentlichte Badegewässerbericht 2000 der EU-Kommission. Die folgenden 18 Gewässer schnitten demnach wie folgt ab: Prädikat "sehr gut" - bessere Wasserqualität, als die Kriterien der EU-Richtlinie vorschreiben. Cospudener See (Leipzig-Stadt), Kulkwitzer See (Leipziger Land), Speicherbecken Borna (Leipziger Land), Harthsee (Leipziger Land), Badesee Halbendorf (Niederschlesischer Oberlausitzkreis), Talsperre Quitzdorf (Niederschlesischer Oberlausitzkreis), Ziegelteich-Badesee (Hoyerswerda), Knappensee (Kamenz), Silbersee (Kamenz), Erzengelteich (Freiberg), Talsperre Poehl (Vogtlandkreis), Speicherbecken Niederwartha (Dresden-Stadt), Dippelsdorfer Teich (Meißen), Talsperre Falkenstein (Vogtlandkreis), Greifenbach-Stauweiher (Annaberg), Ammelshainer See (Muldentalkreis), Spannbetonwerk-See (Muldentalkreis) und der Olbasee (Bautzen).
Leipziger Volkszeitung [28.05.2001]
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