Wasserski-Investor für "Kulki" ging auf Tauchstation

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"Fehlanzeige" heißt es am Kulkwitzer See in punkto Wasserski auch in der laufenden Saison. Mit dem filmreifen Abgang eines Investors zerschlug sich die beim Zweckverband Erholungsgebiet Kulkwitzer See (ZEG) noch gehegte Hoffnung auf baldige Fortsetzung der vor zwei Jahren eingestellten Bauarbeiten. Nun will der ZEG offene Forderungen eintreiben.

Die unendliche Geschichte von der Wasserskianlage am Kulkwitzer See reicht bis zum Jahresanfang 1998 zurück. Potenzielle Investoren verschlissen sich seitdem bei dem Versuch, die bereits weitgehend genehmigte Anlage zu finanzieren.

Am weitesten kam bisher der hessische Wasserskifan Wolfgang Senge. Er schloss mit dem ZEG einen Pachtvertrag, ließ die Fundamente für die künftige Anlage setzen - und ging im vergangenen Jahr mangels Finanzierung auf Tauchstation. Sein "Erbe" wollte der Chemnitzer Holger Bach antreten. Auch er vermochte nicht, eine Bank von seinem Konzept für den Betrieb der rund 750.000 Mark teuren Seilzuganlage zu überzeugen.

Ein Lichtstreif zeichnete sich im April am Horizont des Kulkwitzer Sees ab. Wolfgang Senge kündete - nach Verkauf mehrerer Wohnungen wieder liquide - seinen Besuch an, um fünfstellige Schulden aus Pachtzins und Erschließungskosten zu begleichen. Er traf beim Zweckverband ein und erkundigte sich nach dem Weg zum Markranstädter Rathaus. Dort wartete Bürgermeister Martin Schmeling in seiner Funktion als ZEG-Vorsitzender vergeblich mit einem Quittungsblock, denn Senge kam nie an. Per Telefon räumte er ein, es sich "anders überlegt" zu haben. Schmeling zeigte sich verblüfft, da Senge die Wasserskianlage beim Hersteller Sesitec in Hindelang bereits angezahlt hatte.

"Wir haben seitdem nichts mehr von ihm gehört", bedauert ZEG-Geschäftsführer Andreas Berthold. Der Verband werde sich nun daran machen, aufgelaufene Forderungen auf gerichtlichem Wege einzutreiben. Inwieweit der Zweckverband auch auf der Beseitigung der bereits betonierten Fundamente besteht und diese zur Not auf Kosten Senges vornehmen lässt, vermag Berthold zurzeit noch nicht zu sagen. "Das hängt davon ab, inwieweit der nächste Bauherr die Hinterlassenschaften nutzen kann", erklärte er. Als nächster Investor ist gegenwärtig wieder Holger Bach im Gespräch. Ungeachtet der Verhandlungen ist für ZEG-Chef Berthold eines schon sicher: "In diesem Jahr wird es mit Wasserski nichts mehr."
Leipziger Volkszeitung - André Dreilich [15.05.2001]
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