Interessengruppe zeigt ihre Bilder im Umweltamt / Ausstellung ist noch bis Juni zu sehen - Schöne Unterwasserwelt - vom Kulki bis zum Pazifik

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Schillernde Fisch - Schwärme, ein träge am Boden liegender Krebs und herrliche bunte Pflanzen: Die Unterwasser- Welt ist faszinierend, aber für die meisten Leute nicht zugänglich. Ein wenig helfen können da die Unterwasser- Fotografen vom Tauchsport- Verein "Leipziger Delphine". Sie brachten Eindrücke vom Meeresboden mit nach oben und stellen ihre Fotos im Umweltamt aus. Noch bis Anfang Juni können Interessierte die Geheimnisse des Meeres in der Nonnenstraße 5c für sich entdecken.

Vor drei Jahren gründeten elf fotobegeisterte Taucher die Interessengruppe "Unterwasser-Fotografie" und bannen seitdem Flora und Fauna heimischer und internationaler Gewässer auf Papier. Viele Bilder entstehen im Kulkwitzer See, der "Heimat" des Vereins, aber auch in der Ostsee, im Roten Meer oder im Pazifik. "Schwer zu sagen, wo es am schönsten ist. Jede Gegend hat ihre Reize", meint Hans-Joachim Lingelbach, Mitglied bei den "Delphinen". Sein "Kollege" Christoph Beutel ergänzt: "Das Motiv ist entscheidend - und nicht, wie schön warm es ringsum ist." Der Mitarbeiter einer Computerfirma hat die Unterwasser-Welt schon vor 15 Jahren für sich entdeckt. "Damals hüllten wir noch Kameras in Plastik-Folie zum Fotografieren", schmunzelte er. Jetzt arbeiten die meisten mit einer Unterwasser- Amphibienkamera.

"Wichtig ist, dass Erfolge sichtbar werden, damit ein Anreiz da ist, die teuren Geräte zu kaufen", sagt Lingelbach. Die Gruppe baut auf Gemeinschaftsarbeit. Bei regelmäßigen Treffen analysieren die Fotografen ihre Bilder, um sich weiter zu entwickeln. Schließlich nehmen sie auch an nationalen Foto-Wettbewerben teil. Hans-Joachim Lingelbach schaffte letztes Jahr bei den Berliner Meisterschaften den zweiten Platz. "Ende Mai sind wir Ausrichter der "German-Open", berichtet der Immobilien-Makler. "Die besten deutschen Fotografen kommen an den Kulki und treten live gegeneinander an. So hat jeder die gleichen Bedingungen."

Für Lingelbach ist das "Abtauchen" wie eine Sucht. "Dort unten ist eine herrliche Ruhe. Da bin ich für eine Weile raus aus der Alltags-Hektik", schwärmt er. Der besondere Reiz des Fotografierens liege darin, dass die Farbenpracht nur durch Blitzlicht und Lampen sichtbar werde. "Unter Wasser ist es nämlich stockfinster." Christoph Beutel ist einfach gern mit den anderen Unterwasser- Enthusiasten zusammen. "Es macht Spaß, mit Freunden durch die Weltmeere zu reisen." Seit 10 Jahren habe er keinen Urlaub ohne die anderen Taucher gemacht. "Meine Frau hat da zum Glück nichts dagegen- sie taucht nämlich selbst."
Leipziger Volkszeitung [08.05.2001]
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