Der Strom soll nicht auf nasse Abwege geraten

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Am "Kulki" zieht keine Winterruhe ein - Vorhaben für 2001

Für die Mitarbeiter des Zweckverbandes Erholungsgebiet Kulkwitzer See (ZEG) ist in diesen Tagen ein kurzes Durchatmen angesagt. Das Jahr 2000 ist gelaufen, bald beginnen die Vorbereitungen auf die kommende Saison. Obwohl der ZEG zu großen finanziellen Sprüngen nicht in der Lage ist, soll sich an See im kommenden Jahr einiges tun.

Von den meisten Besuchern unbemerkt gingen am Kulkwitzer See im Jahr 2000 gleich mehrere Bauvorhaben über Bühne. So wurden verschiedene Sanitärobjekte saniert und die zum Abwassersystem gehörenden Pumpanlagen erneuert. "Auf diese Weise wollen wir den Erhalt der Wasserqualität am See sicher stellen und das Gebiet für Gäste attraktiver machen", begründete ZEG-Geschäftsführer Andreas Berthold diese Maßnahmen.

Als großen Erfolg wertete er zudem die im zu Ende gehenden Jahr durchgeführten Arbeiten zur Sicherung der Nordböschung des Gewässers. Ein 250 Meter lang Damm hält nun die Wellen ab. "Aus eigener Kraft hätten wir das nicht geschafft, doch Dank gezielter Förderung und unserer Partner bei der LMBV konnte die Gefahr weiterer Abspülungen an der Böschung endlich gebannt werden", freut sich Berthold.

Auch im kommenden Jahr werden sich Mitglieder des ZEG intensiv mit den Tücken, die der steigende Wasserstand des Sees in sich birgt, auseinander setzen. "Wir müssen den Seespiegel auf ein Niveau von maximal 114,5 Metern über Null begrenzen", betont Berthold. Dazu wurde eine stärkere Pumpe installiert, die große Mengen Tiefenwasser entnimmt und über Kaskaden in den Zschampert befördert. Als dauerhafte Lösung werde gemeinsam mit der LMBV der Bau einer sogenannten Freispiegelleitung vorbereitet, durch die überschüssiges Wasser ohne aufwendige Pumpe aus dem See abgeleitet werden kann.

Der hohe Wasserstand des Sees lässt den Grundwasserspiegel der Umgebung ansteigen. Aus diesem Grund mussten Elektroleitungen auf der Halbinsel bereits stillgelegt werden. An der Installation eines neuen Stromnetzes wird gearbeitet.

Außerdem soll die Halbinsel künftig wieder grüner werden. Nachdem viele der dort vorhandenen Pappeln eingegangen sind, wird jetzt mit der Pflanzung neuer Bäume begonnen. "Mit Linden, Eichen und anderen Bäumen soll ein bunter Mischwald entstehen", sagt Berthold. Da der Zweckverband für dieses Vorhaben keine Fördermittel erhält, kommen bei der Aktion Zöglinge aus eigener Zucht und von Sponsoren zur Verfügung gestellte Pflanzen ins Erdreich.

Ausgebaut werden soll im kommenden Jahr der am See bereits etablierte Bootsverleih. Gespräche dazu seien im Gange, so Berthold. Ihm schwebt außerdem ein "kleiner Schiffsverkehr " vor, der die Leipziger und die Markranstädter Seite des Gewässers auf direktem Wege verbinden und das Gebiet für Ausflügler attraktiver machen könnte.

Umso mehr ärgert sich Berthold darüber, dass dem kleinen Team des ZEG immer wieder die sprichwörtlichen Knüppel zwischen die Beine geworfen werden. "Wir haben immer mehr gegen die Vermüllung unseres Gelände zu kämpfen, die Ablagerung von Müll, ja selbst von Kühlschränken und Reifen nimmt leider zu.
Leipziger Volkszeitung - André Dreilich [20.12.2000]
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