Flugzeug im See versenkt / Hunderte Schaulustige am Ufer - Unterwasser-Freizeitpark geplant / U-Boot soll folgen

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Hunderte Schaulustige säumten am Sonnabend das Ufer des Kulkwitzer Sees. Bei nasskaltem Wetter verfolgten sie ein nicht alltägliches Schauspiel: Ein altes Flugzeug ging mit "Kurs Kulki" auf seine letzte Reise in Richtung Seegrund. "Die Idee für diese verrückte Sache ist vor gut zwei Jahren entstanden", sagte Peter Liebmann, Taucher bei den "Leipziger Delphinen" und zugleich einer der Initiatoren des ungewöhnlichen Projektes. "Tauchfreunde aus Bayern schenkten uns eine alte Piper". "Zunächst sei er skeptisch gewesen", räumt Liebmann ein.

Doch beim Leipziger Umweltamt erfuhren wir,dass es prinzipiell nicht verboten ist, ein Flugzeug im See zu versenken. Daraufhin wurde die ausgemusterte Maschine nach Leipzig geholt und in monatelanger Kleinarbeit von Öl und Fett befreit (die LVZ berichtete). Mehrere Mitglieder der "Delphine", Helfer von der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft und Polizeitaucher bugsierten nun den Flugzeugrumpf mit vereinten Kräften ins Wasser und brachten ihn mit Hilfe von luftgefüllten Ballons auf seine letzte Reise, die in einer Wassertiefe von 20 Metern endete. Die Tragflächen werden in den nächsten Wochen folgen.

Als "denkwürdig" bezeichnete Leipzigs Umweltamtsleiter Christian Aegerter die beginnende Aufwertung des Gewässers. "Der Kulkwitzer See ist ein Pionier einer ganzen Seenlandschaft in der Region", betonte Bürgermeister Holger Tschense. "Heute wurde hier der Grundstein dafür gelegt, dem Tauchsport zusätzliche Impulse zu geben und damit den See attraktiver zu machen". Das ist eine Voraussetzung, um private Inverstoren zu interessieren. "Unser See ist eines der attraktivsten Tauchgewässer Deutschlands", schätze Peter Liebmann ein. "Damit er eines der beliebtesten bleibt, werden wir uns einiges einfallen lassen". Von einem Unterwasser-Freizeitpark ist die Rede, für den das Flugzeug der erste Baustein sein soll. Schon bald soll es Gesellschaft bekommen. In Taucherkreisen wird von eine U-Boot gemunkelt... .
Leipziger Volkszeitung - André Dreilich [22.05.2000]
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