Am Kulkwitzer See wird das Bett des kleinen Zschampert frisch gemacht

zurück zur Übersicht "Presseinformationen - Artikel Jahrgang 2000"
Eine ungewöhnliche Betriebsamkeit herrscht derzeit am Kulkwitzer See. Das Bett des Zschampert wird abgedichtet. Bisher hatte der kleine Bach Probleme, sein Wasser zu halten. Schuld daran ist der Zustand des Bachbettes in unmittelbarer Nähe des Kulkwitzer Sees. Eine im Auftrag des Leipziger Umweltamtes durchgeführte Untersuchung ergab, dass bei der vor Jahren erfolgten Verlegung des Wasserlaufes auf eine Abdichdung des Untergrundes verzichtet wurde. "Ein großer Teil des Wassers versickert in kiesigen Bereichen und landet früher oder später im Kulkwitzer See", stellte Franz Pfützenreuter vom Leipziger Umweltamt fest. "Und ein Stück weiter muß das Wasser von dort wieder in den Zschampert zurückgepumpt werden, damit der Spiegel des Sees nicht zu sehr ansteigt.

"Um diesem Zustand ein Ende zu bereiten, wird seit Anfang dieser Woche in Lausen ein 210 Meter langer Abschnitt des Zschampert abgedichtet. In Regie des Umweltamtes legen 15 Mitarbeiter des Leipziger Betriebes für Beschäftigungsförderung (BfB) im Bachbett riesige Dichtungsbahnen aus. Diese zentimeterdicken Geotextilien enthalten eine Tonschicht, die bei Feuchtigkeit aufquillt. "Obwohl die Matten relativ dünn sind, entspricht ihre Wirkung der einer 30 Zentimeter starken Tonschicht", erklärt Projektleiterin Heidrun Mieding. Dennoch leisten die Männer und Frauen des BfB im trockenen Zschampert Knochenarbeit. Sind die Matten angebracht, müssen diese mit einer Lehmschicht abgedeckt werden. Da das Bachbett den Einsatz schwerer Technik nicht zulässt, ist beim Glätten und Verdichten des zähen Lehms Handarbeit angesagt. "Wir schaffen rund 30 Meter am Tag", sagt Heidrun Mieding. "Aber nur dann, wenn uns das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht- bei Regen ist hier Feierabend."

Die Kosten für das eingesetzte Material liegen bei rund 20000 Mark und werden durch die Stadt Leipzig getragen. Umso mehr hofft Franz Pfützenreuter, dass der Graben lange dicht bleibt. "Die Bahnen halten fast ewig", erklärt er. "Nur wenn die Anlieger in den Bachlauf wieder Rohre schlagen oder Bäume einpflanzen, war die Arbeit für die sprichwörtliche Katz."
Leipziger Volkszeitung - André Dreilich [01.03.2000]
News-Archiv:   Jahrgang 2005   Jahrgang 2006   Jahrgang 2007   Jahrgang 2008   Jahrgang 2009
Letzte Änderung dieser Seite: 19.02.2008 01:03 • © 2000-2012 Nabu, KV LeipzigImpressumW3C valid HTML 4.01Zum Seitenanfang