Camper bauen die Leinwandvillen ab

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Zeltplätze am Kulkwitzer See wurden am Wochenende geschlossen/ Saison endet mit Besucherrekord Markranstädt

Die Leinwandvillen werden zusammengefaltet: Am Kulkwitzer See ist die Campingsaison vorbei. Sie endet mit einem neuen Besucherrekord. Vor allem der rege Zustrom von Gästen aus dem Ausland hat die Geschäftsführung des Erholungsgebietes erfreut. An diesem Wochenende schlossen die beiden Zeltplätze am Miltitzer und am Lausener Strand ihre Pforten. "Wir hatten in diesem Jahr eine wunderschöne Saison", schwärmt Heiko Richter aus Borna. Dass am Samstag zum Zeltabbau auch noch einmal schönes Wetter war, macht für ihn die Glückseeligkeit komplett." wir sind guter Hoffnung, die Ausrüstung trocken ins Winterquartier zu bekommen".

700 Mark muß die junge Familie dafür berappen, damit sie ihren Caravan von April bis Oktober am Kulkwitzer See "parken" konnte. Insgesamt 200 Stellplätze gibt es dort. Für Kurzzeitcamping stehen weitere 170 Plätze vorwiegend in Lausen bereit.

Beliebt bei Leuten, die ohne Leinwandvilla und Wohnmobil anreisen, sind die 30 Finnhütten und 15 Bungalows. Zudem wurden 1994 erstmals 20 Bungalows im Feriendorf Lausen vermietet. "In diesem Jahr ist der Fremdenverkehr erneut sprunghaft gestiegen", erzählt Uwe Dörling, Geschäftsführer des Zweckverbandes Erholungsgebiet Kulkwitzer See. Vor allem die Zahl der Auslandbesucher sei regelrecht hochgeschnellt. Damit habe er nach der Wiedereröffnung des Konkurrenz-Campingplatzes am Auensee ohnehin nicht gerechnet. Uwe Dörling: "Ein Plus von 10 000 Übernachtungen stellt die alte Rekordmarke von 1992 in den Schatten." Im Klartext: Am Kulkwitzer See wurde in der 94 er Saison 30 000 Mal übernachtet. Die Dauercamper kommen mit etwa 40 000 Übernachtungen noch hinzu.

"Der größte Besucherstrom kam erwartungsgemäß wieder aus dem europäischen Ausland", weiß der Geschäftsführer. Mit 1560 Übernachtungen im Zeitraum Mai bis Oktober sind die Gäste aus England, Frankreich und den Benelux- Staaten wieder Spitzenreiter, gefolgt von den skandinavischen Besuchern, die 153 mal die Schlafmatte ausrollten. Österreicher und Schweizer kamen auf 138 Übernachtungen. Auch Amerikaner, Kanadier, Chinesen und Japaner betteten ihr müdes Haupt unter dem Miltitzer Sternenhimmel, um am Tag darauf bei meist strahlendem Sonnenschein durch Leipzig zu bummeln. "Bei diesen Leuten handelt es sich fast immer um Touristen, die sich auf Deutschland-Tour befinden und der Messestadt als Metropole ihren festen Platz im Urlaubskalender einräumen. Den weitesten Anreiseweg hatten zwei Neuseeländer, die mit ihrem Wohnmobil durch Deutschland tourten", verrät Dörling.

Für die kommende Saison können die Besucher mit mehr Komfort rechnen. Teilweise wurde das Mobiliar aus DDR-Zeiten schon ausgetauscht. 1995 wird dann auch für sächsische Schulklassen ein Seminarraum zur Verfügung stehen - "Schule im Grünen" heißt das Zauberwort.
Leipziger Volkszeitung - Gerd Badynski [24.10.1994]
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