Wachturm ist nicht immer besetzt

zurück zur Übersicht "Presseinformationen - Artikel Jahrgang 1994"
Am Kulkwitzer See: Baden fast überall auf eigene Gefahr Makranstädt

Der tödliche Badeunfall vom Sonntag warf wieder einmal die Frage auf: Ist der Kulkwitzer See für die vielen Badegäste sicher? Zehntausende tummeln sich seit Wochen bei Temperaturen bis 37 Grad in der Luft und 25 Grad Celsius im Erholungsgebiet vor den Toren Leipzigs. "Wer am Wochenende ins Wasser will, muß von Handtuch zu Handtuch springen", beschreibt der Geschäftsführer des Erholungsgebietes, Uwe Dörling, die Situation. 30 000 Besucher schätzt dann der leitende Schwimmeister des DRK, Gert Winter.

Der anhaltende Ansturm auf den See bringt Uwe Dörling, die zwölf festangestellten Mitarbeiter und die vorübergehende Verstärkung von 15 Personen gehörig ins Schwitzen, um allmorgendlich einen sauberen See zu präsentieren. Neben der Sauberkeit des Areals, ein weiteres großes Problem, steht die Sicherheit der Gäste obenan. Für das Wasser zeichnen die Frauen und Männer des DRK Leipzig-Land verantwortlich. Ein Schwimmeister und bis zu sechs Rettungsschwimmer sind am etwa 400 Meter langen bewachten Strandabschnitt von der Schiffsgaststätte im Einsatz. Für die Ferien haben wir, das Leipziger Jugendamt und das DRK außerdem vereinbart, daß ein Teil des Lausener Strandes bewacht wird. Sollte sich dort ein Unfall ereignen, kann über Sprechfunk sofort Hilfe vom Hauptstrand angefordert werden. Dort stehen ein neues Schlauchboot und ein Krankentransport von der Rettungswache Makranstädt bereit. Auch kann jederzeit der Rettungshubschrauber gerufen werden. Am vergangenen Sonntag war das gleich zweimal der Fall. Bereits am frühen Nachmittag war eine Zehnjährige bei einer Rolle im Wasser mit dem Kopf aufgestoßen und hatte sich dabei die Wirbelsäule verletzt. Voraussetzung für den Einsatz der Rettungsschwimmer ist allerdings, daß die Wachtürme besetzt sind. Das war auch bei dem tragischen Unfall mit dem Schlauchboot (die LVZ berichtete), der sich nach 19 Uhr an einem unbewachten Stand ereignete, nicht mehr der Fall.

"Wer außerhalb dieser Dienstzeiten oder an unbewachten Strandabschnitten badet, tut dies auf eigene Gefahr", sagt Dörling. Trotzdem habe das tragische Unglück auf die prekäre Situation mit Telefonen hingewiesen. "Unsere Pächter im Lausener Bereich warten seit Jahren vergeblich auf einen Anschluß."

Vier neue Telefonzellen im Miltitzer Bereich und auf dem Campingplatz stellt Telekom- Pressesprecher Jan Flieger in Aussicht. "Bis zum Jahresende sollen die Kabel auf Grünauer Seite des Strandes gelegt werden. Erst dann sind die Anschlüsse schrittweise dran".
Leipziger Volkszeitung - Cornelia Lachmann [27.07.1994]
News-Archiv:   Jahrgang 2005   Jahrgang 2006   Jahrgang 2007   Jahrgang 2008   Jahrgang 2009
Letzte Änderung dieser Seite: 19.02.2008 01:03 • © 2000-2012 Nabu, KV LeipzigImpressumW3C valid HTML 4.01Zum Seitenanfang