Ab 15. Juni 1992 neue Attraktion am Kulkwitzer See
Am 15.06. ist "Anrutschen" am Kulkwitzer See. Dies erfuhr die LVZ von Bauleuten im Strandbereich Lausen. Damit bekommt das
beliebte Erholungsgebiet an Rande Leipzigs eine neue Attraktion. Auf zweimal 100 Meter Länge überwinden die Badegäste mit
6 Meter Höhenunterschied die Wasserrutsche, die Pächter Uwe Polland und Ralf Lohmar aus Engelsdorf investieren 800 000 Mark
für diesen Spaß, für den die Badegäste allerdings auch mit einer Mark pro Rutschpartie zur Kasse gebeten werden sollen.
"Mit dieser Wasserrutsche", so meinte der Vorsitzende des Zweckverbandes Kulkwitzer See, Heiner Wiegand, gegenüber der LVZ,
"wird die Anziehungskraft des Sees erhöht."
Der im Dezember 1991 gegründete Zweckverband, dem neben Markranstädt, Lausen und Göhrenz auch der Landkreis Leipzig
angehört, ist Rechtsnachfolger des Naherholungsgebietes. Seine Aufgabe besteht jetzt in der Bewirtschaftung des 450 Hektar
großen Areals.
Vor wenigen Tagen wurde der 92er Haushalt für unseren Zweckverband bestätigt. "Er gibt uns Mittel in Höhe von 1,5 Millionen
Mark in die Hand", berichtete Wiegand. Mit diesem Geld, das aus den Einnahmen des Terrains erwirtschaftet werden muß, könne
der Zweckverband allerdings noch nicht die nötigen großen Sprünge unternehmen. "Gewiß sind wir interessiert, das
Erholungsgebiet nach außen besser darzustellen. Doch dafür ist das Geld noch knapp", meinte Wiegand.
Pachteinnahmen, wie für die Wasserrutsche, brauche der Verband daher um zu wirtschaften. Für diese Saison sind zunächst
einmal kleinere Veränderungen vorgesehen, die den sichtbaren Veränderungen im nächsten Jahr Vorarbeit leisten sollen.
Energisch will der Zweckverband zum Beispiel für Ordnung im ruhenden Verkehr sorgen. Die Berechtigung, Knöllchen an
Falschparker auszuteilen, soll mithelfen. Vorwegweiser sollen den Campingplatz künftig besser kenntlich, Poller die Fußwege
für Fahrzeuge unzugänglich machen.
Verärgert ist Wiegand außerdem, daß der bereits im Vorjahr gekündigte Pächter des Sanitärgebäudes am Rettungsturm und der
benachbarten Minigolfanlage sich partout weigert, diese Räumlichkeiten zu verlassen. Der Streit zieht sich nun die
Gerichtswege hin und das könne dauern, meinte Wiegand. Solange aber nichts entschieden sei, bliebe allerdings auch das
Sanitärgebäude mit der Behindertentoilette geschlossen.
|