Oase als Ausflugsziel erhalten und verbessern

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Für das Geschehen rund um den Kulkwitzer See wurden zum Jahreswechsel endlich die Signale auf grün gestellt. Der seit Monaten herbeigesehnte Zweckverband konstituierte sich und wird nunmehr für die Entwicklung der Oase vor den Toren Leipzigs Verantwortung tragen. Nachdem die Anrainer Markranstädt, Göhrenz und Lausen Anspruch auf ihre Flächen in dem Terrain erhoben hatten, drohte der in den Jahren ihres Bestehens bezirksgeleiteten Einrichtung eine Kommerzialisierung um jeden Preis.

Dies zu verhindern, beschlossen die anliegenden Gemeinden, einen Zweckverband zu gründen, der künftig die Fäden für das weitere Wachsen in seinen Händen hält. Diesem Gremium hat sich auch der Landkreis angeschlossen. Das Angebot an Leipzig, ebenfalls in diesem Verband mitzuwirken, blieb bisher unbeantwortet. Nunmehr also wachen 12 Mitglieder der Verbandsversammlung sowie 7 Mitglieder des Verwaltungsausschusses über das Wohl und Wehe des 450 Hektar großen einstigen Tagebaurestlochs. Als Verbandsvorsitzender wurde der Stellvertreter des Landrates Heiner Wiegant gewählt. Vorsitzender des Verwaltungsausschusses ist der Bürgermeister von Markranstädt Mischa Woitscheck. Als Geschäftsführer fungiert Uwe Dörling, der bislang Stellvertreter des Bürgermeisters von Markranstädt war.

Nachdem jetzt die gesetzlichen Grundlagen für eine Weiterentwicklung des Erholungsgebietes geschaffen wurden, steht als nächstes am 29.Januar zur öffentlichen Verbandsversammlung im Mehrzweckgebäude der Haushalt auf der Tagesordnung. Von ihm wird abhängen, was in der kommenden Saison und in den darauffolgenden hier passieren soll und kann. Im zurückliegenden Sommer war der See erneut für hunderttausende Leipziger ein beliebtes Ausflugsziel. Dabei kamen die Gäste nicht nur an den hochsommerlichen Tagen, um sich irgendwo auf der 150 Hektar großen Wasserfläche beim Schwimmen, Rudern, Segeln, Fischen oder Tauchen zu tummeln. Auch die Hochkippe, die auf 100 Hektar weitgehend unberührte Natur bietet, und die 9km lange Uferzone scheinen Spaziergänger wie Radler und Jogger magisch anzuziehen.

Um die Kosten für die Gemeinden so gering wie möglich zu halten, war bereits in der zurückliegenden Saison begonnen worden, die sportlichen Einrichtungen und auch die Gaststätten zu verpachten. Abhängig von der Dauer der Verträge, werden diese auch 1992 bestehen bleiben, beziehungsweise neue abzuschließen sein. Hauptziel des Zweckverbandes wird es sein, das ökologische Gleichgewicht des Erholungsgebietes wieder herzustellen und zu erhalten. Wenngleich die Proben dem Wasser nach wie vor eine gute Qualität bescheinigen, soll zum Beispiel begonnen werden, dem vermehrten Algenbewuchs in dem bis zu 30 Meter tiefen See zu begegnen. Verstärkte Sauerstoffzufuhr soll hier Abhilfe schaffen. Darüber hinaus wird ein Plan zu erarbeiten sein, wie der See künftig bebaut und ausgestaltet werden soll.
Leipziger Volkszeitung - Cornelia Lachmann [17.01.1992]
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