Historisches: Die Entstehung des Kulkwitzer Sees

Von der Entstehung bis zur Gegenwart

Ein Naherholungsgebiet mit einem kristallklaren Badesee direkt vor der Haustür - die Bewohner und Unternehmen des dichtbesiedelten Wohngebietes Leipzig-Grünau wissen diesen Vorteil zu schätzen. Der rund 150 ha große See - die tiefste Stelle beträgt 36 m - dient nicht nur der Erholung und sportlichen Aktivitäten, er bewirkt auch ein günstiges Mikroklima in Grünau. Vom übrigen Naherholungsgebiet mit seinen 300 ha besteht die Hälfte aus Wald, vorwiegend Pappelwald zwischen Görenz und Markranstädt.

Die Geschichte des Kulkwitzer Sees begann Anfang der sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts, als der Landwirt Traugott Schröder Bohrungen durchführen ließ, wobei in etwa 20 m Tiefe 3-9 m mächtige Braunkohlenschichten festgestellt wurden. Kurze Zeit später begann der Kohleabbau in der Albersdorfer Flur zuerst unter Tage (1937 aus Rentabilitätsgründen aufgegeben) und dann im Tagebau bis nach Miltitz hin, was 1957 die Verlegung der F87 (B87) notwendig machte. Aus dem Abraum entstand die heute bewaldete Hochkippe; die Braunkohle wurde in das Kraftwerk Kulkwitz geliefert und dort verarbeitet (im Jahre 1960 lag die Förderung bei 2 Mio. Tonnen). Nach dem Ende der Auskohlung 1963 blieb in der Nähe von Miltitz ein Restloch zurück, das sich allmählich mit Grund- und Regenwasser füllte und dessen Erschließung und Nutzung als Naherholungsgebiet bereits fünf Jahre zuvor beschlossen wurde. Im Zuge der Rekultivierung wurden Bäume gepflanzt, Böschungen reguliert, Uferbereiche abgeflacht. Nach dem Umbau des 1972 herantransportierten ausgedienten Saalelastkahns "Frieda" (53m lang, 6m breit) entstand die Schiffsgaststätte "MS Leipzig" - heute das Chinarestaurant Dschunke. Die offizielle Eröffnung des Erholungsgebietes fand im Mai 1973 statt, und seit dem wird es ständig weiter ausgebaut. Am See standen Strandkörbe, Liegestühle und Ruderboote für die Erholungssuchenden zur Verfügung. Campingplatz und touristische Unterkünfte ergänzten das Angebot. Als Interessengemeinschaft Leipziger Betriebe entstand westlich von Lausen eine Bungalowsiedlung mit insgesamt 141 Sommerhäusern. In den 80er Jahren waren im Naherholungsgebiet neben Saisonkräften rund 80 Mitarbeiter angestellt.

Gegenwärtig wird das Naherholungsgebiet von einem Zweckverband (bestehend aus den Städten Leipzig und Markranstädt) verwaltet, 12 festangestellte Mitarbeiter kümmern sich um die 2 Campingplätze, die 16 Bungalows und 29 Finnhütten, um die 25 Bungalows des Feriendorfes Lausen, die beiden Spielplätze und die Minigolfanlage sowie allgemein um Ordnung, Sauberkeit und Sicherheit (auch in enger Zusammenarbeit mit der Polizei).

Um dem Anstieg des Wasserstandes entgegenzuwirken wird Wasser des Sees in den Zschampert gepumpt, was gleichzeitig der Verbesserung der Wasserqualität des Sees dient, da sauerstoffarmes Wasser aus der Tiefe in das kleine Flüsschen geleitet wird.

Zum Veranstaltungsangebot am Kulkwitzer See gehören sportliche Wettkämpfe und kulturelle Höhepunkt ebenso wie regelmäßige Märkte. Ein Rad- und Wanderweg (gesäumt von Bäumen und Sträuchern) lädt zu Rundfahrt und Spaziergang ein - vorbei an Angelsport- und Segelvereinen, Tauchschule und Bootsverleih.

Der See bietet seinen Besuchern und Nutzern zu allen Jahreszeiten Erholung, Entspannung und Freizeitvergnügen: ein Stück Natur - von Menschen zerstört und wieder zum Leben erweckt - unmittelbar vor der Haustür.

•  Bilderserie Historisches vom Kulkwitzer See 1 und Bilderserie Historisches vom Kulkwitzer See 2
•  Vom Kohlebergbau zum Naherholungsgebiet, Die Geschichte des Sees Teil 1 und Teil 2, Spaziergang rund um den See, Wie Sie den See erreichen

Text: Dr. Evelin Müller, Kalender 2001 : Kulkwitzer See die Oase am Rande Grünaus
Quellenangaben:
A) W. Grundmann: Historisches rund um Grünau. Leipzig, 1988
B) Dr. Leonhard Kasek: Der Kulkwitzer See aus Grün-As 12/1999, Leipzig, 1999
C) Günther Kluge: Vom Kohlebergbau zum Naherholungsgebiet aus Grün-As 09/1998, Leipzig, 1998
D) Pro Leipzig: Miltitz, Eine historische und städtebauliche Studie, Leipzig, 1999
Letzte Änderung dieser Seite: 19.02.2008 02:09 • © 2000-2008 Nabu, KV LeipzigImpressumW3C valid HTML 4.01Zum Seitenanfang