Wasserqualität im Kulkwitzer See

zurück zur Übersicht "Magazin Grün-AS - Ausgaben Jahrgang 2006"
Leider gibt es am Kulkwitzer See erhebliche Zerstörungen und Verschmutzungen durch Vandalismus und das verantwortungslose Wegwerfen von Abfällen.

Die Folgen treffen alle:
  • Erhöhte Unfall und Verletzungsgefahr (vor allem durch Glasscherben an Badestränden)
  • Verschandlung der Landschaft und damit Verminderung des Erholungswertes
  • Abfälle sind für viele kleinere Tiere eine tödliche Falle und ziehen auch Ungeziefer an, à Naturschäden und Krankheitsrisiken
  • Erhebliche Kosten für Reparaturen und Aufräumarbeiten. Das führt dazu, dass der Betreiber zur Kostensenkung (und zur Erhaltung der Attraktivität für zahlende Gäste wie zB Dauercamper) versucht, Gebiete einzuzäunen oder Zugangsbarrieren zu errichten oder kostenfreie Angebote abschafft. Das schränkt Bade- und Naherholungsmöglichkeiten ein.
  • Speziell zerstörte und verschmutzte Toiletten führen dazu, dass die Toiletten aus Ekel nicht benutzt werden oder gar nicht benutzt werden können. Urin und Fäkalien werden in die Landschaft oder ins Wasser entsorgt. Das verursacht hygienische Probleme und schwere Naturschäden durch Eutrophierung
  • Speziell Partys, wildes Zelten und illegale Lagerfeuer inmitten wilder Natur verursachen schwere Naturschäden (v.a. durch Holzbeschaffung, Abfälle um die Plätze, Brandgefahr v.a. bei heißem, trockenem Wetter, Störung empfindlicher Brutvögel, Verbrennen von Nachtschmetterlingen)
Kurz: Vandalismus und Wegwerfen von Abfällen in die Landschaft schaden allen Besuchern, führen zu höheren Preisen, Zugangsbarrieren, verringertem Erholungswert und Naturschäden.

Ich bin ja sehr dafür, daß auch wertvolle Biotope offen und Natur erlebbar bleibt (im Pappelwald am See gibt es zB streng geschützte Orchideen), aber Verwüstungen und Abfälle darf es dort nicht geben. Da das alle Seen betrifft und künftig auch die Wasserverbindungen dazwischen, sollte hier eine zeitweilige Arbeitsgruppe geschaffen werden (zB unter Moderation des Grünen Ringes), um Lösungen zu entwickeln, bevor nichts übrig bleibt als das Betreten am Ende doch zu verbieten oder Badestrände einzuzäunen und mit Eintritt zu belegen.

Vorschläge wären:
  • Aufklären, durch Faltblätter usw. Nach Mecklenburger Erfahrungen können damit etwa 2/3 der potenziellen Frevler zur Vernunft bekehrt werden
  • Bootsausleiher in die Pflicht nehmen. Die sollen ihre Kunden ausdrücklich belehren, ev. auch unterschreiben lassen. Die sollten auch wirtschaftlich an intakter Natur interessiert sein, ruinierte Natur oder Restriktionen heißt auch weniger Kunden
  • Einsatz von ehrenamtlichen Rangern (von Wassersportverbänden, Nabu, BUND, Ökolöwe), die Frevler vor Ort ansprechen und sie zur Vernunft auffordern
  • Sauberkeitspartnerschaft mit Polizei und Ordnungsamt: Bei hartnäckigen Radaubrüdern und Drecksauen, sollten die Ranger dann per Handy Hilfe anfordern, die dann aber auch schnell anrücken müßte
  • ev. auch mechanische Zugangsbarrieren wie dornige Hecken, aber ich fürchte, das hält die falschen ab
  • Partnerschaft mit der Presse, so daß die Öffentlichkeitsarbeit im Sinne von Aufklärung und Stimmung machen gegen Drecksauen und Vandalen
  • Schlechte Erfahrung gibt es am Kulkwitzer See mit einigen Kioskbetreibern: Die sind zwar verbal gegen die Randale, aber setzen sich kaum für Gegenmaßnahmen ein: Die Vandalen kaufen ja den Alkohol bei ihnen mit dem sie sich dann vollsaufen und im Suff alles verwüsten. Denen könnte man schnell beikommen: Die illegalen Lagerfeuer sind abends am See vom Ufer aus weithin zu sehen, aber Polizei und Politessen mauern hier und wer die angesoffenen Feueranbeter direkt anspricht, riskiert eine Tracht Prügel
  • Sinnvoll wäre es, die Betreiber von Verkaufsstellen (Kiosk, Imbis usw.), die Produkte verkaufen, die Verpackungen, Flaschen, Wegwerfteller und - geschirr u.ä. enthalten stärker in die Pflicht zu nehmen: Jeder, der am See solche Sachen verkauft, hat im Umkreis von 100m um seine Verkaufsstelle für Sauberkeit zu sorgen und dort herum liegende Abfälle zu beseitigen
Dr. Leonhard Kasek [01.08.2006]
Weitere Informationen und Übersichten im Magazin Grün-AS:
•  zurück zur Übersicht "Magazin Grün-AS - Ausgaben Jahrgang 2006"
•  Jahrgänge des Magazin Grün-AS: Ausgaben der Jahre 1999, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006 sowie der Jahrgang 2007
•  Bei Fragen oder Anregungen zum Artikel können Sie der Redaktion Grün-AS auch gern eine Email schreiben.
Weitere interessante Informationensbereiche auf unseren Internetseiten:
•  Jahrgänge unserer Presseinformationen: Artikel der Jahre 1992, 1993, 1994, 1995, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008 sowie Jahrgang 2009
•  Die Flora und Fauna am Kulkwitzer See: Bereich Pflanzen sowie Bereich Tierwelt von Dr. Leonhard Kasek
•  Allgemein: Historisches, Aktuelle Veranstaltungen am Kulkwitzer See oder auch Digitale Grußkarten vom See
Rückblick auf 30 Jahre Leipzig-Grünau - Special zum Jubiläum 2006
•  Informationen, Wissenswertes und Presseartikel zum Jubiläum "30 Jahre Leipzig-Grünau" 2006 finden Sie unter www.30-jahre-gruenau.de.
Letzte Änderung dieser Seite: 19.02.2008 01:48 • © 2000-2010 Nabu, KV LeipzigImpressumW3C valid HTML 4.01Zum Seitenanfang