25.04.2006: Internationaler Tag des Baumes: "Andere Festtage dienen der Erinnerung, der Tag des Baumes weist in die Zukunft!"

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde des Kulkwitzer Sees,

wir möchten Ihnen anlässlich des Internationalen Tag des Baumes einen Termin zu einer besonderen Baumpflanzaktion bekannt geben. Deutliches Zeichen: Der Frühling 2006 lässt nun nicht mehr auf sich warten.

Die Historie zum "Tag des Baumes" begann ursprünglich 1854 in Nebraska. Am 10. April 1872 pflanzten erstmals Bürger und Farmer mehr als eine Million Bäume. 1874 bestimmte der Gouverneur von Nebraska den zweiten Mittwoch im April als Baumtag. Am 10. November 1951 hatte sich die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) auf einer Tagung in Bonn zu einem alljährlichen "Tag des Baumes" im ganzen Bundesgebiet entschlossen. Am 25. April 1952 wurde der "Tag des Baumes" zum ersten Mal durchgeführt. Weitere Infos zum Tag des Baumes unter: www.sdw.de oder auch www.baum-des-jahres.de.

Am 25.04.2006 um 14.00 Uhr werden am Kulkwitzer See am Roten Haus 5 Urweltmammutbäume gepflanzt!

Ein Urweltmammutbaum erinnert an die Braunkohle: Er ist ein wichtiger Baum der Wälder, aus denen die Braunkohle entstanden ist. Viele Pflanzen und Tiere aus der Entstehungszeit der Braunkohle sind längst ausgestorben. Mittlerweile ist er ein sehr beliebter Zierbaum und inzwischen wächst er auch wieder in Grünau und Umgebung - sehr passend also für den Kulkwitzer See, einem ehemaligen Braunkohletagebau.

Gesponsert und unterstützt wird diese Pflanzaktion von der Stiftung Wald für Sachsen in Leipzig. Im Internet zu finden unter: www.wald-fuer-sachsen.de. Besten Dank an Herrn Tümmler für sein Engagement! Schüler des Klinger- Gymnasiums Grünaus werden die Bäume pflanzen und LeipzigSeen GmbH zeigt sich verantwortlich, dass die Bäume gut anwachsen und gedeihen. Eine tolle Gemeinschaftsaktion! Interessierte Freunde des Kulkwitzer Sees sind herzlich eingeladen, an dieser Pflanzaktion teilzunehmen.

Herzliche Grüße
Elke Göbel
Redaktion www.kulkwitzersee.com

Kurze Information zum Urweltmammutbaum:

Der Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) ist eng mit der Sumpfzypresse verwandt. Er hat wie die Sumpfzypresse flache, relativ weiche Nadeln, die vorn abgerundet sind. Die Nadeln sind hellgrün und bleiben so bis zum Herbst. Sie sitzen an Kurztrieben, die im Herbst abfallen. Der Baum fällt vor allem im Sommer durch die helle Färbung der Nadeln sofort auf. Die Bäume der Gattung Metasequoia waren Charakterbäume der Sumpfwälder aus denen vor ca. 30 Mio Jahren die Braunkohle entstanden ist. Durch Funde in den Braunkohlentagebauen waren die Bäume genau beschrieben. Die Urweltmammutbäume galten lange als ausgestorben, daher auch ihr Name. So war es eine echte Sensation als 1941 in China lebende Exemplare gefunden worden sind. Es ist die bisher einzige Baumart, die aus fossilen Resten gut bekannt war, als ausgestorben galt und dann doch lebend gefunden worden ist. Urweltmammutbäume gibt es seit der Kreidezeit. Sie sind also Zeitgenossen der Saurier. Bis zur Eiszeit waren sie auch in Mitteleuropa häufig. In der Eiszeit sind sie in Europa ausgestorben und nur in China haben einige bis heute überlebt. Wenn man so will, kann man den Urweltmammutbaum als heimische Art bezeichnen, die nur mit menschlicher Hilfe in die alte Heimat zurückkehren konnte. Solche Hilfe ist nicht ungewöhnlich. Ein Beispiel ist die Rotbuche, die längst als heimischer Baum gilt. Sie ist vor ca. 2500 Jahren wahrscheinlich auch nur mit menschlicher Hilfe nach der Eiszeit wieder in unsere Region gekommen.

Seit 1947 kommt auch Saatgut nach Europa und da der Urweltmammutbaum auf feuchtem, nährstoffreichem Boden schnell wächst, durch seine schlanke, hellgrüne Krone sehr schön aussieht und einigermaßen frosthart ist, wird er seitdem bei uns gern als Parkbaum gepflanzt. In China wird er 30 bis 35 m hoch, wie hoch er in unserem Klima wird, ist unbekannt. Die ältesten Bäume in Europa sind ja noch nicht einmal 60 Jahre alt.

Die Urweltmammutbäume am Roten Haus sind ein ideales Denkmal an die versunkenen Wälder der Braunkohlezeit, denen am Ende ja auch der Kulkwitzer See seine Entstehung verdankt.

Weitere Informationen:
•  Bilder von dieser Aktion: Bilderserie 1 sowie Bilderserie 2 der Baumpflanzaktion am Kulkwitzer See vom 25.04.2006
•  Lesen Sie dazu auch in unserem Archiv: Grün-AS 04/2006 sowie Artikel der LVZ vom 27.04.2006
•  Informationen zum Urweltmammutbaum finden Sie hier: http://www.baumkunde.de/baumdetails.php?baumID=0129
•  Weitere Beiträge zu der Baumpflanzaktion am Kulki in unseren News vom April und Mai 2006
Elke Göbel, Dr. Leonhard Kasek [08.04.2006]
Zitat Überschrift: Julius Sterling Morton, 1872
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