Protokoll der Beratung der IG Kulkwitzer See vom 02.12.04 im Kinosaal des KOMM-Hauses

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Herr Albrecht informierte zunächst zum Stand der Arbeiten am B-Plan. Der sei im wesentlichen fertig und werde im Januar dem Stadtrat vorgelegt. Wird er, womit gerechnet wird, dort bestätigt, beginnt die öffentliche Auslegung.
Am 6.12. beschäftigt sich der Stadtbezirksbeirat West in einer öffentlichen Beratung mit dem B-Plan. Offen seien vor allem noch folgende Fragen: Details zur Infrastruktur, Rettungswege, frühere Landwirtschaftsflächen Lausen, Bewässerung des Zschampert, Pappelwaldverjüngung.

Zum zweiten Punkt der Tagesordnung informierte Herr Conrad über die Arbeit der LeipzigSeen Projektmanagement GmbH am See.
Die reinen Betreiberkosten betrügen ca. 450 000 Euro im Jahr (Pflege und Sanierungsarbeiten, Abfallberäumung, Personal u.a.). Ziel sei, diese Kosten selbst zu erwirtschaften.
Die öffentlichen Badestrände sollen weiter kostenlos, aber durch die anderen Einnahmen am See kostendeckend bewirtschaftet werden.
Grundstücke, wie am Schiff geschehen, sollten nicht mehr verkauft werden. Angestrebt werde eine kompakte, koordinierte Bewirtschaftung, um die Kosten zu senken und den Ertrag zu verbessern
Im Winter sollen neue Ferienwohnungen bezugsfertig gemacht werden. Es sei gelungen, die Wünsche der Dauercamper nach mehr Sicherheit im wesentlichen zu erfüllen.
Die Tauchschulen genießen bei allen Arbeiten Bestandsschutz.
Schwerpunkt für die nächste Zukunft sei die Sanierung des Roten Hauses. Das gesamte Areal solle kompakter und funktioneller werden, nicht so zersplittert wir bisher. Das beträfe auch die Toiletten.
Die Freispiegelleitung zum Zschampert komme. Wann, dazu sei erst im Frühjahr von der Stadt mit neuen Informationen zu rechnen. Das Abpumpen koste pro Jahr 25000 Euro, dazu kämen dieses Jahr weitere Kosten für die Reparatur der Pumpe.

Auf Anfragen informierte Herr Conrad weiter zu folgenden Fragen:
* Partytonne: Die Abrissgenehmigung läge vor. Gegenwärtig würden die Medien (Energie) getrennt und der Abriss vorbereitet. Geklärt werden müssten noch offene Fragen mit dem Fiskus. Die Erben hätten wegen der Schulden das Erbe nicht angetreten, so dass nun alles beim Fiskus liege. Insgesamt liege man gut im Plan.
* Zschampertwasserversorgung von Göhrenz bis Miltitz. Dazu wusste Herr Conrad nichts zu sagen, ihn bewegt im Moment nur, dass der Wasserspiegel des Sees so stabil gehalten wird, dass die Campinghalbinsel nicht gefährdet wird und die Kosten für das Pumpen gespart werden. Das sei mit der Freispiegelleitung gewährleistet. Dr. Kasek erklärte daraufhin, sich weiter öffentlich dafür einzusetzen, dass der Zschampert auch von Göhrenz bis Miltitz mit Wasser versorgt werde.
* Verlinkung der Homepage der LeipzigSeen Projektmanagement GmbH mit der Homepage des KOMM e.V. zum See: Im Moment laufe die neue Homepage im Probebetrieb, sie werde weiter ausgebaut und im ersten Quartal 2005 werde dann auch die zugesagte Verlinkung erfolgen. Im Moment seien auf der Seite überhaupt noch keine Links.
* Feriendorf Lausen: Der endgültige Zuschnitt der Parzellen werde geklärt, wenn der B-Plan verabschiedet sei, in dem dann auch der Verlauf der Straßen und Wege festgeschrieben sei. Herr Albrecht ergänzte, dass eine Klärung auch vorher möglich sei, falls sich die B-Plan-Verabschiedung weiter hinzöge, und bot dazu Hilfe an.


Zum nächsten Tagesordnungspunkt wurde über Möglichkeiten zur Reduzierung des Vandalismus und der Verschmutzung mit Müll diskutiert. Dabei zeichnete sich Konsens zu folgenden Positionen ab:
* Arbeit mit Jugendlichen hat Vorrang, auch vor Einsatz von Ordnungskräften
* Ein großer Teil des illegalen Mülls käme von Erwachsenen, die zum Teil große Säcke mit dem Pkw heranführen. Hier sei mehr Zivilcourage nötig: ertappte Müllvandalen sollten sofort zur Rede gestellt werden.
* Herr Albrecht regte nächtliche Rundgänge an, um mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Besonders relevant sind die Nächte Freitag/Sonnabend und Sonnabend/Sonntag von 0 Uhr bis 3 Uhr: Partys mit starkem Alkoholverbrauch
* Zumindest stichprobenartig müssten aber auch Ordnungskräfte stärker aktiv werden.
* Die anwesende LVZ wurde aufgefordert, sich des Problems stärker mit anzunehmen und zu helfen, öffentlichen Druck gegen die Vandalen am See aufzubauen.

Zur Wiederöffnung der Wege gab es ein Streitgespräch mit den Vertretern der Dauercamper. Diese erläuterten ihren Bedarf nach Schutz vor Vandalen und vor Diebstahl, auch um ihren Versicherungsschutz zu behalten. Einige Anwesende mahnten die Offenhaltung der Wege für Spaziergänger an. Aktuell sind die Wege de fakto offen, solange die Rezeption besetzt ist. Durch den Disput kam es zu einer Annäherung der Positionen, auch wenn noch nicht alle Meinungsverschiedenheiten ausgeräumt werden konnten. Konsens besteht aber darin, dass der Zeltplatz selbst Spaziergängern verschlossen bleiben sollte.
Dr. Kasek bot den Vertretern der Dauercamper an, im Frühjahr mit Unterstützung von Herrn Leutze eine Begehung der Halbinsel vorzunehmen, um die Pappeln zu identifizieren, die nicht mehr voll vital sind, so dass beim nächsten schweren Sturm Umsturzgefahr besteht und sie dann über rechtlich zweckmäßige Schritte zu beraten, damit diese vorgeschädigten Bäume schnellsten gefällt werden.

Es wurde beschlossen, keinen Sprecher zu wählen. Alle Anwesenden sollten diese Frage noch einmal mit ihren Verbänden beraten. Desweiteren soll versucht werden, mit möglichst wenig Organisationsstruktur auszukommen und nicht in deutsche Vereinsmeierei zu verfallen. Dazu wurde als erste Schritte beschlossen:
* Die Beratungen der IG See sollen jeweils am ersten Mittwoch der geradzahligen Monate von 18 Uhr bis ca. 20 Uhr im Kinosaal des KOMM-Hauses stattfinden. Die nächsten Termine sind demnach: 2.2.05, 6.4.05 und 1.6.05
*Die Tagesordnungsschwerpunkte und ev. Einladung von Experten werden auf der jeweils vorher stattfindenden Beratung gemeinsam festgelegt.
Vorgesehen sind:
* 2.2.05 Schwerpunkt Vorstellung und Diskussion des B-Planes
* 6.4.05 Arbeit mit Jugendlichen am See, Kooperation mit Streetworkern, und eventuell mit Polizei und Ordnungsamt
* 1.6.05 Zukunft des Pappelwaldes

Leipzig, 2.12.04

Text: Gez: L.Kasek

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